Nach dem Tod des Frauenkirchner Malers und Bildhauers Matthias Lidy wird sein Atelier aufgelöst: Beim Nachlassverkauf werden Arbeiten aus 45 Jahren künstlerischen Schaffens angeboten.
Mönchhof: Vom Kfz-Großkundenhändler zum Geigenbauer
Stephan Partel
Der Mönchhofer Stephan Partel nutzte die Zeit während Corona, um sich beruflich neu zu orientieren. Im letzten Monat schloss er die vierjährige Fachschule für Instrumentenbau in Hallstatt ab.
Stephan Partel orientierte sich beruflich um und machte in Hallstatt die vierjährige Ausbildung zum Instrumentenbauer.
© Klaus Zwinger
Der inzwischen über fünf Jahre zurückliegende Beginn der Coronapandemie mit dem ersten Lockdown hat sich auf uns alle unterschiedlich niedergeschlagen. Stephan Partel nahm sich gerade eine Auszeit vom Job in der Autobranche und startete Anfang 2020 eine Weltreise, auf die er zwei Jahre lang hingespart hatte. Sein Glück war es, dass er zufällig in Tirol und somit zumindest nicht im Ausland war, als erste Grenzschließungen verkündet wurden.
Während der Zeit im ersten Lockdown entdeckte er seine Leidenschaft für das Geigenspiel wieder. Bereits mit sieben Jahren hat er damit begonnen, mit 14 kam dann aber die Pubertät dazwischen. „Da gab es dann halt andere Dinge, die cooler waren“, scherzt der 35-Jährige heute. Die Zeit während der Pandemie hat er für einen Neustart genutzt. „Ich war damals in Bildungskarenz und habe dann daheim wie ein Wahnsinniger acht Stunden am Tag Geige geübt“, so der Mönchhofer. Auch handwerklich sei er schon immer interessiert gewesen, und so kam schließlich die Idee, diese beiden Dinge zu verbinden.
© Klaus Zwinger
Vierjährige Ausbildung zum Instrumentenbauer in Hallstatt
Nach einiger Recherche stieß er dann schließlich auf die vierjährige Fachschule für Streich- und Saiteninstrumentenerzeugung in Hallstatt. In nächster Nähe zu dem Touristenmagneten, der jährlich von Tausenden und Abertausenden Touristen besucht wird, wird dort unter anderem eine staatliche Ausbildung für angehende Instrumentenbauer geboten.
„Nachdem ich schon den Bachelor hatte, konnte ich mir viel anrechnen lassen und so sind mir fast nur die Stunden in der Werkstatt übrig geblieben“, so Partel. Laut Curriculum galt es je ein bis zwei Instrumente pro Jahr zu fertigen - eine Ukulele im ersten, eine Konzert- und eine Westerngitarre im zweiten, eine Geige im dritten und ein Gesellenstück nach Wahl im vierten. Partel nutzte die freie Zeit, um sich eine kleine Werkstatt in seiner damaligen Wohnung im nahe liegenden Bad Goisern anzulegen und ein Instrument nach dem anderen zu bauen. Über die Zeit an der Fachschule entstanden laut Partel so bereits zwölf Ukulelen, vier Gitarren und zwei Geigen. „Das Wichtigste bei unserem Handwerk sind Geduld und Genauigkeit - die meiste Arbeit spielt sich im Zehntelmillimeterbereich ab“, berichtet der frisch geprüfte Instrumentenbauer über seine Erfahrungen.

© Klaus Zwinger
Nachdem er vor rund einem Monat die Gesellenprüfung mit einer Geige als Gesellenstück abgelegt hat, hat er bereits eine Stelle in der Werkstatt eines Geigenbauers in der Schweiz gefunden, die sich auf Reparaturen und Instandhaltung spezialisiert hat. In Wien beispielsweise sei der Markt für Instrumentenbauer nämlich stark übersättigt. Nun beginnt er ein neues Kapitel in St. Gallen, wo es neben seinem künftigen Arbeitsplatz nur eine weitere Geigenbauerwerkstatt gibt.