Im Burgenland wird noch intensiver für Kinder und Enkel vorgesorgt, als in anderen Bundesländern. Die Sparstudie der Erste Bank zeigt aber auch, dass gerne konservativ veranlagt wird. Dabei können schon kleine Beträge auf lange Sicht große Summen bringen - und das wird durch das „Zukunftsdepot“ des Bundes jetzt besonders interessant.
Erste Ergebnisse, weitere Messungen: „Keine akute Asbest-Gefahr“
Taskforce macht weiter
Die Langzeit-Beobachtung der Luft spielt bei Asbest-Belastung die größte Rolle, akut sei aber von keiner Gefahr auszugehen: Das gaben Vertreter der Landes-Taskfoce jetzt bekannt. Belastetes Material soll fachgerecht abgetragen oder überdeckt werden. Die vier gesperrten Steinbrüche bleiben weiter geschlossen, Gesteinsproben werden ausgewertet, an 100 Kontrollpunkten im Land wird die Luft gemessen.
Die Taskforce arbeitet weiter. Einblicke in den aktuellen Stand der Messungen gaben Gruppenvorstand Andreas Temmel, Umweltmediziner Hans-Peter Hutter und Asbest-Sachverständiger Michael Kochberger (v.l.).
© Wolfgang Millendorfer
Die ersten Ergebnisse der Luftgüte-Messungen werden, wie vonseiten des Landes angekündigt, auch online veröffentlicht (unter Taskforce Vorsorgeabklärung Luftqualität - Land Burgenland), der erste Blick zeigt - wie bei Kälte und hoher Luftfeuchtigkeit erwartet - keine alarmierenden Werte. Bei einem weiteren Hintergrundgespräch im Eisenstädter Landhaus wurde erklärt, wie es jetzt weitergeht. Streng nach Plan, das hielt Taskforce-Leiter Hans-Peter Hutter fest, denn es geht vor allem um die Luftwerte und und um Langzeitbelastung.
Eine Erkenntnis: An jenen Orten, wo Greenpeace belastetes Bodenmaterial nachgewiesen hat, sei keine akute Gefahrenabwehr nötig. Mittelfristig soll belastetes Material jedoch fachgerecht entfernt werden. Gemessen wird landesweit an rund 100 Standorten. Greenpeace hat unter anderem bei der Klinik Oberwart Asbest nachgewiesen - hier wurde der höchste Wert der Luftmessung verzeichnet, und dort seien bereits Maßnahmen gesetzt worden, sagte Gruppenvorstand Andreas Temmel als Vertreter der Landesverwaltung in der Taskforce.
Auf dem Gelände wurden Abrissarbeiten durchgeführt und es habe eine Schüttung und Splitt gegeben. Das Material sei inzwischen gebunden worden: „Das war sofort machbar.“ Dass man unter den gegebenen Umständen höhere Werte nachweisen konnte, sei nicht verwunderlich.
© Wolfgang Millendorfer
Überlegen müsse man sich in weiterer Folge auch, wie mit den vier behördlich geschlossenen Steinbrüchen im Süd- und Mittelburgenland umzugehen sein wird, meinte Umweltmediziner Hutter. Als Asbest-Sachverständiger ist Michael Kochberger auch vor Ort gewesen, Geologen haben Gesteonsproben im großen Umfang genommen. Das oberste Ziel sei es immer, die Bevölkerung zu schützen, betonten die Taskforce-Vertreter. Dasselbe gelte für Arbeitnehmer im Steinbruch.
Wie breiten sich Fasern rund um die Steinbrüche aus?
Deshalb werden die Steinbrüche auch weiterhin außer Betrieb bleiben. Das hat allein mit dem behördlichen Ablauf zu tun. Ergebnisse der Proben werden in bis zu fünf Wochen erwartet. Ebenso wird bis dahein eine Ausbreitungsrechnung (durchgeführt von GeoSphere Austria) zeigen, ob sich eine etwaige Belastung für Anrainer zeigt.
Die Vertreter der Taskforce bekräftigten auch die Forderung nach gesetzlichen Bestimmungen auf Bundesebene, die die Gewinnung und das Inverkehrbringen natürlich vorkommender Materialien, etwa Gestein aus Steinbrüchen, an einen verbindlichen Grenzwert knüpft.
Messungen werden im Frühjahr wiederholt
Die Messungen an den rund 100 Standorten in etwa 25 Gemeinden sollen laut Temmel in den nächsten zwei Wochen abgeschlossen und dann im Frühjahr bei anderen Witterungsbedingungen wiederholt werden. Parallel dazu werden auch Gesteinsproben entnommen und Ausbreitungsrechnungen durchgeführt. Mit letzteren wurde die Geosphere Austria beauftragt. Ergebnisse dazu werden in etwa fünf Wochen erwartet.
Bei Trockenheit und höheren Temperaturen sind laut dem Sachverständigen Michael Kochberger höhere Messwerte zu erwarten: „Je feuchter das Material ist, desto geringer ist die Mobilität der Fasern.“ Auch er appellierte, belastetes Material sachgerecht zu entfernen und zu entsorgen, und sprach sich gegen Schnellschüsse aus.