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Wie man Bärlauch erkennt und von giftigen Doppelgängern unterscheidet
Tipps und Tricks
Wenn der Wald im Frühjahr nach Knoblauch duftet, kann man wieder Bärlauch pflücken. Aber Achtung: Neben einer möglichen Verunreinigung der Blätter, besteht beim Selbstpflücken hohe Verwechslungsgefahr. Die jungen Blätter sehen denen der giftigen Maiglöckchen oder Herbstzeitlose sehr ähnlich. Dass der Griff zur falschen Pflanze tödlich enden kann, zeigte kürzlich erst ein tragischer Fall in Deutsch-Wagram im Bezirk Gänserndorf. Woran man echten Bärlauch erkennt und worauf man beim Pflücken achten sollte, hat die NÖN zusammengefasst.
Bärlauch liegt gerade wieder voll im Trend. Egal ob für Pesto oder Suppe - viele Menschen sind derzeit wieder in den Wäldern unterwegs um Bärlauchblätter zu pflücken.
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Der köstliche Bärlauch hat gefährliche Doppelgänger: Immer wieder kommt es zu Verwechslungen zwischen Bärlauch, Herbstzeitlose und Maiglöckchen. Für ein älteres Paar aus Deutsch-Wagram (Bezirk Gänserndorf) endete eine solche zuletzt tragisch: Die beiden hatten eine Suppe mit selbstgepflücktem vermeintlichen Bärlauch zubereitet und danach gegessen (wir hatten berichtet, siehe unten).
Es stellte sich heraus, dass es sich dabei nicht, wie gedacht, um Bärlauch, sondern um den giftigen Doppelgänger, die Herbstzeitlose, handelte. Die beiden verstarben aufgrund der Vergiftung. Um Fälle wie diesen künftig vermeiden zu können, hat sich die NÖN die Besonderheiten von Bärlauch angesehen und klärt auf, wie man eine Verwechslung mit giftigen Pflanzen vermeiden kann.
Die wissenschaftliche Bezeichnung von Bärlauch ist Allium ursinum – „allium“ heißt Lauch und „ursus“ ist der Bär: Früher nahm man an, dass Bären nach dem Winterschlaf Bärlauch fressen, um sich zu stärken. Als Liliengewächs ist Bärlauch aber nicht nur namentlich, sondern auch botanisch mit Knoblauch, Schnittlauch und Zwiebeln verwandt. Nachdem der Bärlauch über lange Zeit fast in Vergessenheit geraten war, liegt er seit einigen Jahren voll im Trend. Sein charakteristischer Geschmack wird hochgeschätzt, beispielsweise in Bärlauch-Pesto oder Bärlauchsuppe.
Bärlauch wurde zudem schon im Mittelalter als Heilpflanze eingesetzt und weist eine bemerkenswert lange Liste an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen auf. Sein Vitamin-C-Gehalt ist dreimal höher als der von Zitronen und außerdem sind die Spurenelemente Kalium, Magnesium, Mangan und Eisen enthalten. Bei Magen- und Darmbeschwerden kann Bärlauch eine beruhigende Wirkung haben, außerdem die Darmflora positiv beeinflussen, die Durchblutung fördern und Bluthochdruck senken.
Bärlauch ist an feuchten Standorten im Wald zu finden
Aufzufinden ist die Heilpflanze bevorzugt an schattigen feuchten Standorten im Wald. Die Bärlauchblätter sprießen je nach Witterung bereits im März. Seine Blütezeit reicht von April bis Mai. Ende Juni beenden die 20 bis 50 Zentimeter hohen Bärlauchpflanzen ihren jährlichen Zyklus und ziehen die Blätter ein. Die beste Zeit für die Bärlauch-Ernte ist vor der Blüte, denn am besten schmecken die noch jungen Blätter. Nach der Blüte werden die Blätter bitter und verlieren ihren typischen Geschmack. Giftig oder ungenießbar wird Bärlauch jedoch nicht.
Wenn man auf der Suche nach Bärlauch durch den Wald streift, sollte einem der stechende Knoblauchduft auffallen, der schon aus mehreren Metern wahrzunehmen ist. Man freut sich dann zwar, dass man die Bärlauchpflanzen gefunden hatt, aber das äußere Erscheinungsbild kann täuschen. Um sicher zu gehen, dass es sich um Bärlauch handelt sollte man auf folgendes achten: Seine Blätter treiben einzeln aus dem Boden und sind deutlich in eine lanzettähnliche Blattfläche und einen dünnen Blattstiel gegliedert. Beim Zerreißen riecht der Saft stark nach Knoblauch.
Unterscheidungsmerkmale von Maiglöckchen und Herbstzeitlose
Anders als die Blätter von Maiglöckchen und Herbstzeitlose: Sie bleiben beim Zerreißen völlig geruchlos. Wenn man zuvor schon Bärlauch gesammelt hat, kann allerdings der auf den Händen klebende Saft bei einer Überprüfung einen Knoblauch-Duft vortäuschen. Daher sollte man auch die Blätter genauer unter die Lupe nehmen. Die Blätter der Maiglöckchen und Herbstzeitlose sind schmal-länglich, sitzen ohne Stiel am Stängel und treiben in Büscheln aus dem Boden. Bei Maiglöckchen wachsen immer zwei Blätter an einem Stil und umfassen ihn wie einen Mantel. Die jüngeren werden von den älteren Trieben umgriffen. Die Herbstzeitlosenblätter wachsen in einer Rosette und ohne Stile direkt aus dem Boden.
Maiglöckchen haben anders als der Bärlauch auch eine glänzende Blattunterseite. Bei der Herbstzeitlosen glänzen sowohl Blattunterseite als auch Blattoberseite grün. Der Bärlauch hat außerdem deutlich weniger Blattnerven als das Maiglöckchen und sie liegen nicht so eng beieinander.

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Schon drei bis vier Blätter der Herbstzeitlose können jedoch tödlich sein. Dabei wirkt das in der Pflanze enthaltene Zellgift - Colchicin - erst nach mehreren Stunden. Erste Vergiftungserscheinungen treten in Form von Übelkeit und Erbrechen auf. Es folgen Durchfälle, Darm-, Blut- und Knochenmarkzellen werden zerstört, was nach etwa zwei Tagen zum Tod führen kann. Verwechslungen mit Maiglöckchen (Convallaria majalis) haben meist nicht so gravierende Folgen: Giftig sind für den Menschen Glykoside, die Herzrhythmusstörungen verursachen können. Diese werden vom Darm jedoch nur schlecht aufgenommen und von der Niere rasch ausgeschieden.
Auch die Blätter der giftigen Garten-Tulpe (Tulipa-Hybriden), die gelegentlich verwildert, können für eine tödliche Verwechslung sorgen. Das Blumengewächs bildet, wenn es nicht zur Blüte kommt, nur ein einzelnes Blatt aus, das dem Bärlauch ähnelt. Darin befindet sich Tulipin, das eine ähnliche Wirkung wie das Colchicin der Herbstzeitlose besitzt. Schon 15 Minuten nach dem Konsum kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall kommen. Starke Vergiftungen führen schließlich zu Schock, Apathie und durch Atemstillstand im schlimmsten Fall zum Tod.
Wer sicher gehen will, baut Bärlauch im Topf an
Wenn man sich nicht sicher ist, ob man wirklich die richtige Pflanze erntet, kann man Bärlauch auch einfach im Gemüseladen oder auf dem Wochenmarkt kaufen. Oder man kann ihn im Garten oder im Topf auf dem Balkon selbst anbauen.