Toumonimoak: Warum der Thomasmarkt das Herz von Gols ist

Tradition

Der Thomasmarkt, in Gols „Toumonimoak“ genannt, ist weit mehr als ein vorweihnachtlicher Markt. Er steht für Arbeit, Aufbruch und Gemeinschaft. Seit Jahrhunderten prägt er das soziale Leben der burgenländischen Weingemeinde.

Von Von Birgit Böhm-Ritter

Ragionale Schmankerl beim Toumonimoak

Ragionale Schmankerl beim Toumonimoak

© Klaus Zwinger

Vor Weihnachten ist der Thomasmarkt jener Ort, an dem sich Wege kreuzen, die sich im Lauf des Jahres kaum begegnet sind. Bekannte bleiben stehen, Hände werden geschüttelt, Gläser gehoben. Auf das ablaufende Jahr wird angestoßen, frohe Weihnachten werden gewünscht und ein guter Rutsch ins neue Jahr. Der „Toumonimoak“ ist damit auch ein sozialer Fixpunkt im Golser Jahreskreis - und steht auch für ausgelassenes Feiern.

Ein Markttag mit historischem Gewicht

Der Ursprung des Thomasmarkts reicht weit zurück. Gefeiert wird er rund um den 21. Dezember, den Thomastag, den Gedenktag des Apostels Thomas. Dieser Tag markierte früher auch die Wintersonnenwende. Vor allem aber hatte er eine soziale und wirtschaftliche Funktion.

Für Knechte und Mägde endete an diesem Tag das Arbeitsjahr. Der Lohn wurde ausbezahlt, die „ausbendungenen“ Sachen – jene persönlichen Habseligkeiten, die während des Jahres für die Arbeit gebraucht worden waren – wurden zurückgegeben. Der Markt war damit ein Wendepunkt: Abschluss und Neubeginn zugleich.

Arbeitssuche, Einkauf und Geselligkeit

Der Thomasmarkt war auch ein Arbeitsmarkt. Dienstbotinnen und Dienstboten suchten neue Stellen und handelten ihre Bedingungen für das kommende Jahr aus. Dieser Vorgang hieß „aufdingen“, ein heute kaum mehr gebräuchlicher Begriff für das Aushandeln eines neuen Dienstverhältnisses.

Gleichzeitig bot der Markt Gelegenheit, den frisch erhaltenen Lohn auszugeben. Notwendige Einkäufe standen ebenso auf dem Programm wie das gesellige Beisammensein. Getrunken und gefeiert wurde gemeinsam. Der „Toumonimoak“ war damit nicht nur Versorgungsort, sondern auch Treffpunkt und Fest.

Begegnungsort für alle Generationen

Über die Jahrhunderte wandelte sich der Markt. Aus einem von Notwendigkeiten geprägten Termin wurde ein lebendiger sozialer Treffpunkt. Bis heute beginnt das Miteinander oft schon am Vorabend. In den Kellerstüberln wird bei einem Glas Wein erzählt und gelacht, bevor der eigentliche Markttag in den Morgenstunden um 7 Uhr anbricht.

Am Markttag selbst füllt sich das Ortszentrum. Marktstände reihen sich aneinander, Glühwein und Punsch werden ausgeschenkt, kalte und warme Speisen angeboten. Der Markt verbindet dabei Generationen: Ältere erinnern sich an frühere Zeiten, Jüngere tragen die Tradition weiter und feiern den ganzen Tag - oftmals in feuchtfröhlicher Manier.

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Toumonimoak: Warum der Thomasmarkt das Herz von Gols ist

© Klaus Zwinger

Toumonimoak: Warum der Thomasmarkt das Herz von Gols ist

© Klaus Zwinger

Toumonimoak: Warum der Thomasmarkt das Herz von Gols ist

© Klaus Zwinger

Mittlerweile ist auch der Auftritt der Puszta Ramblers beim Toumanimoak ein Fixpunkt. Im „mACHSimum“ gibt die Band traditionell ihren letzten Auftritt des Jahres.

Der Thomasmarkt ist jedenfalls mehr als ein Krämermarkt. Er steht für Geselligkeit und Kontinuität. Früher wie heute bringt er Menschen zusammen und hält eine besondere Gemeindetradition lebendig.