Während das neue Gesetz zu Integrations-Pflichten vorbereitet wird, zeigen die Zahlen: Burgenland hat im Österreich-Vergleich den geringsten Zuzug: Der Anteil von Menschen mit ausländischem Geburtsort, wie es statistisch heißt, liegt bei 13,9 Prozent.
Raiffeisen setzt auf Nachhaltigkeit - das Burgenland macht mit
Umfrage mit hohen Werten
Nachhaltigkeit in den eigenen vier Wänden nehmen die Burgenländerinnen und Burgenländer durchaus ernst, wie eine Studie der Raiffeisen Bausparkasse zeigt. In Eisenstadt wurden die Daten mit einem Ausblick auf die Aktivitäten der Raiffeisenlandesbank präsentiert - von nachhaltigen Angeboten und Energiegemeinschaften bis zum eigenen Bauvorhaben: Wie berichtet, ist die Planung für die neue Zentrale voll angelaufen.
Präsentierten die Studie und eigene nachhaltige Angebote (v.l.): Vorstandsdirektor Rudolf Suttner, Raiffeisen-Bausparkasse-Geschäftsführer Hans-Christian Vallant und Eva Fugger, stellvertretende Generaldirektorin der Raiffeisenlandesband.
© Wolfgang Millendorfer
Schlagwörter wurden für die Studie der Raiffeisen Bausparkasse zwar abgefragt, dass Nachhaltigkeit aber mehr als ein Schlagwort ist, das zeigen die Daten besonders im Burgenland. 2.203 Personen wurden in Kooperation mit dem Marktforschungs-Institut „Spectra“ bundesweit befragt, im Land zeigt man für einzelne Bereiche noch mehr Interesse als im Österreich-Schnitt, wie Hans-Christian Vallant als Geschäftsführer der Raiffeisen Bausparkasse hervorhebt.
Und: „Während österreichweit 75 Prozent angaben, den Begriff ,nachhaltiges Bauen und Wohnen' zu kennen, taten das mit 84 Prozent deutlich mehr Burgenländerinnen und Burgenländer“, sieht Vallant „eine klare Vorreiter-Rolle“. In der Raiffeisenlandesbank zeigt sich das Thema auch in den Zahlen, wie Vorstandsdirektor Rudolf Suttner und Generaldirektorin-Stellvertreterin Eva Fugger bei einer Pressekonferenz in der Eisenstädter Bankzentrale erklärten.
© Quelle: Raiffeisen Bausparkasse, Spectra
Die Nachfrage nach Wohnbau-Finanzierungen ist im ´Land stark gestiegen, sagt Suttner, allein 2024 im Vergleich zu 2023 um rund zwölf Prozent. „Bereits mit Mitte 2025 lagen wir deutlich über dem Vorjahresniveau. Das unterstreicht die wiedergewonnene Dynamik im Wohnbausektor.“ Das merken die Beraterinnen und Berater im „Raiffeisen WohnTraumCenter“.
Die Zins-Entwicklung sei durchaus günstig: „Fixzinssätze mit langer Laufzeit sind derzeit besonders attraktiv. Im historischen Vergleich ermöglichen die aktuellen Zinsniveaus eine besonders kosteneffiziente Finanzierung des eigenen Wohntraums“, so Suttner. Die Bereitschaft zur Nachhaltigkeit zeigt sich außerdem an (privaten) Projekten zur Altbau-Sanierung und an Maßnahmen, die im eigenen Haushalt bereits gesetzt wurden.
Welche Maßnahmen haben Sie schon umgesetzt?

© Quelle: Raiffeisen Bausparkasse, Spectra
Wenn man beim Bauen und Wohnen an Nachhaltigkeit denkt, dann vor allem an Photovoltaik-Anlagen, Wärmedämmung oder alternative Heizsysteme, analysiert Vallant. 39 Prozent der burgenländischen Hausbesitzer wollen in den nächsten fünf Jahren laut der Umfrage Maßnahmen setzen; dass dieser Wert im Vergleich zum Bundes-Schnitt (60 Prozent) geringer ausfällt, erklärt man sich damit, dass vieles schon gemacht wurde.
Noch eine spannende Zahl: Bundesweit können sich 49 Prozent der Befragten vorstellen, aus Klimaschutz-Gründen Abstriche in den eigenen vier Wänden zu machen, im Burgenland sind es 51 Prozent.

© Quelle: Raiffeisen Bausparkasse, Spectra
Zahlen zur „Raiffeisen Nachhaltigkeitsinitiative Burgenland“, die im Jahr 2022 gestartet wurde, lieferte die stellvertretende Generaldirektorin der Landesbank: Es gibt bereits 19 regionale Energiegenossenschaften und eine überregionale Bürger-Energiegenossenschaft, mehr als 11.000 Zählpunkte sind registriert, die Tendenz zeigt ein monatliches Plus von rund 500 Zählpunkten. Zu guter Letzt wurde auch der Preis betont: 7,67 Cent zahlen die Mitglieder aktuell pro Kilowattstunde Strom.
„Wir stehen erst am Anfang unserer Überlegungen und haben noch einige spannende Projekte in der Pipeline“, sagt Fugger. Gestartet wurde der Ausbau der E-Ladeinfrastruktur gemeinsam mit den Partnern Enlion und ÖAMTC; im Südburgenland gibt es bereits erste Stationen. Mit der Eröffnung der ersten Stromspeicher-Anlage für Energiegenossenschaften, dem Community-Hub in Ollersdorf, habe man im Mai dieses Jahres ein starkes Zeichen gesetzt.

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Neue Raiffeisen-Zentrale in Eisenstadt: Die Planung läuft
Zu den weiteren Plänen im eigenen Haus gab Generaldirektor-Stellvertreterin Fugger ebenfalls einen Ausblick: WIe berichtet, wird die Landesbank aus dem traditionellen Gebäude in der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Straße ausziehen und am Eisenstädter Stadtrand eine neu, moderne Zentrale errichten.
Der Entschluss sei wohlüberlegt und Platzgründen geschuldet. Man wolle für die Kunden da sein, dazu bräuchte es einen Ausbau, der am aktuellen Standort nicht machbar sei, angefangen von knappen Parkplätzen bis zur Barrierefreiheit und zum Kundencenter generell. Das neue Gebäude an der Mattersburger Straße soll ein „Flagship-Store“ werden und „alles unter einem Dach“ bieten.
Die Ausschreibung zum Architekturwettbewerb läuft, bis Ende des Jahres soll feststehen, wie die neue Zentrale aussehen wird; mit einer Eröffnung rechnet man im Jahr 2030. Und Nachhaltigkeit spielt auch beim Neubau eine große Rolle, wie Fugger betont, das sei ein zentrales Kriterium der Ausschreibung: „Wir wollen sozusagen ein Exempel statuieren und werden zeigen, wie man klimafit bauen kann.“