Am 29. Oktober 2026 absolvierten zwei Atemschutz-Trupps der Feuerwehr Neudörfl mit Erfolg die Atemschutzleistungsprüfung der Landesfeuerwehr.
Hochwasser-Warnung bei Leitha im Burgenland weiter aufrecht
Unwetter
Im Burgenland gilt entlang der Leitha weiterhin die Gefahr einer Überschwemmung. Das teilte das Landesmedienservice am Montag mit.
© BFKDO Bruck/Leitha
Derzeit würden die Pegelstände zwar zurückgehen, am Abend könnte laut Prognosen aber erneut ein Anstieg bevorstehen, hielt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) in einer Aussendung fest. In den kommenden Stunden werde im Einzugsgebiet der Leitha mit 20 bis 25 Millimetern Niederschlag gerechnet.
Aktuelles Update:
Die Zahl der Feuerwehreinsätze ging zumindest zurück, da sich Sturm und Regen etwas legten - in der Nacht auf Montag wurden 28 bei der Landessicherheitszentrale gezählt, im Laufe des Vormittags hielt man bei weiteren 23. Betroffen war weiterhin vor allem der Landesnorden. Die Bezirkshauptmannschaft Eisenstadt-Umgebung warnte am Sonntag die Bewohner in den Gemeinden Neudörfl, Hornstein, Neufeld, Wimpassing sowie Leithaprodersdorf mittels AT-Alert über die Gefahr eines Hochwassers. Diese Warnung sei von der Behörde noch nicht aufgehoben, wurde betont. Weiterhin gelte daher für die Bevölkerung, man solle sich vom Ufergebiet sowie tiefer gelegenen Räumlichkeiten wie Keller oder Garagen fernhalten.
Eine "endgültige Entwarnung" könne noch nicht gegeben werden, sagte Doskozil. Die Pegelstände würden weiterhin kontrolliert und Vorsorgemaßnahmen getroffen, da Überschwemmungen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ausgeschlossen werden können. "Die Situation ist weiterhin sehr dynamisch. Wenn es erforderlich ist, wird die Bevölkerung abermals informiert oder gewarnt", betonte Birgit Kiss-Wagner, Bezirkshauptfrau von Eisenstadt-Umgebung.
Im Bezirk Neusiedl am See sei mit einem Anstieg des Pegels in der Leitha zu rechnen, weil sich die Hochwasserquelle entlang des Flusses bis zur ungarischen Grenze ausbreite. Hier könnte es noch zu einer amtlichen Warnung via AT-Alert kommen.
Auch im burgenländischen Zugverkehr waren am Montagvormittag die Auswirkungen der Unwetter zu spüren. Auf der Strecke der Raaberbahn war bis auf Weiteres nur der Abschnitt Deutschkreutz, Sopron, Wulkaprodersdorf und Neufeld an der Leitha befahrbar. Zwischen Neufeld und dem niederösterreichischen Ebenfurth wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. In Ebenfurth war vorerst Endstation - die Strecke nach Wien war nicht befahrbar und ein Schienenersatzverkehr nicht möglich.
Anschlusszüge von Wulkaprodersdorf in Richtung Eisenstadt wurden im Schienenersatzverkehr geführt. Komplett eingestellt war der Verkehr ab Eisenstadt bis nach Neusiedl am See. Die Neusiedler Seebahn wurde nur im Abschnitt Fertöszentmiklos in Ungarn, Pamhagen und Neusiedl befahren. Die Weiterreise ab Neusiedl war nicht möglich. Gesperrt waren auch Straßen, nämlich die L213 zwischen Stotzing und Eisenstadt sowie die L316 in Mörbisch.
Insgesamt waren laut Landesfeuerwehrkommandant Franz Kropf im Burgenland bisher 183 Feuerwehren mit mehr als 2.700 Mitgliedern im Einsatz und leisteten 12.000 Stunden. Darüber hinaus waren zwei Katastrophenhilfsdienst-Züge mit 130 Feuerwehrleuten, 25 Fahrzeugen und einem Boot zur Unterstützung in Niederösterreich im Bereich Baden im Einsatz.
Die neue Regelung der Hochwasserhilfe, die nach den Unwettern im vergangenen Juni im Bezirk Oberwart eingeführt wurde, bleibt auch für die aktuell von Hochwasser Betroffenen aufrecht, kündigte Doskozil an. "Wir werden in jedem Fall bedarfsgerecht und unkompliziert Hilfe leisten", betonte er. Schäden bis 150.000 Euro werden damit im Privatbereich weiter abgegolten, wobei Versicherungsleistungen bzw. ein Selbstbehalt von 10.000 Euro abgezogen werden.
Allein in der Landeshauptstadt rückten die Feuerwehren der drei Stadtteile von Freitag bis Sonntag insgesamt 122 Mal aus. In der Rusterstraße mussten zwölf alte Platanen aufgrund von Sturmschäden oder aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Insgesamt wurden am Wochenende 30 Bäume umgeschnitten. Etwa 200 Tonnen Baumschnitt landeten auf der städtischen Kompostieranlage. Viele Jungbäume seien außerdem gekippt oder in Schieflage geraten. Die Beschädigungen werden nun gesichtet. Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP) dankte in einer Aussendung allen Einsatzkräften.
Kleinräumig war es im Burgenland am Wochenende auch zu Stromausfällen gekommen, da etwa Bäume oder Äste auf Leitungen gekracht waren. Knapp 20 Fälle wurden laut Burgenland Energie gemeldet, die großteils rasch behoben werden konnten.
Unwetterschäden wurden auch etwa bei Siedlungen und Bauten der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) im Nordburgenland verzeichnet: Wassereintritt in Tiefgaragen und Kellerabteilen sowie beschädigte Dächer - und dies in einer "beachtlichen Anzahl", wie Geschäftsführer Alfred Kollar auf APA-Anfrage erklärte. Betroffen waren vor allem Gebäude im Bezirk Neusiedl am See und in der Landeshauptstadt. Von den 90 Anrufen beim Notdienst von Freitagmittag bis Sonntagabend kam ein Drittel davon allein aus Eisenstadt. Die Schäden seien jedoch vergleichsweise geringer ausgefallen als etwa beim verheerenden Hochwasser Mitte Juni im Bezirk Oberwart. Damals mussten Personen teilweise abgesiedelt werden, so Kollar.