Kindergärten Neudorf und Gattendorf setzen auf frühe Prävention

„Verwurzelt“

Wie können Kinder lernen, mit Stress, Gefühlen und Konflikten umzugehen? Antworten darauf gibt das Programm „Verwurzelt – Kinder fürs Leben stärken“.

Von Birgit Böhm-Ritter

Referentin Sabine Schramke, Projektkoordinatorin Marlies Nussbaumer mmit Mitarbeiterinnen der Kindergärten Gattendorf und Neudorf

Referentin Sabine Schramke, Projektkoordinatorin Marlies Nussbaumer mmit Mitarbeiterinnen der Kindergärten Gattendorf und Neudorf

© SDB

Neun Pädagoginnen aus den Kindergärten Neudorf und Gattendorf haben nun eine Fortbildung der Sozialen Dienste Burgenland abgeschlossen. Ziel ist es, Kinder bereits im Vorschulalter für die Herausforderungen des Lebens zu stärken – als wichtiger Beitrag zur Suchtprävention.

Lebenskompetenzen als Schutzfaktor

Die Soziale Dienste Burgenland GmbH (SDB) bietet das Programm „Verwurzelt – Kinder fürs Leben stärken“ als Teil ihrer Präventionsarbeit an. Es richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kindergärten und vermittelt Strategien zur Förderung von Lebenskompetenzen bei Kindern. Dazu zählen etwa Selbstwahrnehmung, der Umgang mit Gefühlen, Stressbewältigung und Konfliktfähigkeit. „Tragfähige Beziehungen und Lebenskompetenzen sind die Wurzeln, mit denen sie später fest im Leben stehen“, heißt es in der Aussendung der SDB.

Neun Elementarpädagoginnen und pädagogische Assistentinnen aus Neudorf und Gattendorf haben das Programm nun abgeschlossen. Sie erhielten ein Zertifikat, das ihre Teilnahme an der mehrteiligen Fortbildungsreihe dokumentiert. Die Inhalte sollen nun schrittweise in die Arbeit mit den Kindern einfließen.

Vorbeugung beginnt im Kindergarten

„Die unterschiedlichen Unterrichtsprogramme und Fortbildungen, die von uns angeboten werden, helfen bei der Sucht-, Gewalt- und Suizidprävention. So können wir ab einem frühen Alter mit der Vorbeugung beginnen“, erklärt Dr. Johannes Zsifkovits, Geschäftsführer der Sozialen Dienste Burgenland. Das Landesunternehmen ist in zahlreichen Bereichen der Gesundheits- und Sozialarbeit tätig, unter anderem in der mobilen Pflege, Behindertenarbeit und psychosozialen Beratung.

Mit dem Programm „Verwurzelt“ verfolgt die SDB das Ziel, Prävention nicht erst im Jugendalter anzusetzen, sondern bereits in der frühen Kindheit. Dabei geht es nicht um das Thema Sucht im engeren Sinn, sondern um das langfristige Stärken von Fähigkeiten, die vor riskantem Verhalten schützen können.

Basis für ein selbstbestimmtes Leben

Projektkoordinatorin Marlies Nussbaumer betont: „Im elementarpädagogischen Bereich ist es besonders wichtig, die Lebenskompetenzen zu fördern. Indem Kinder in ihrer frühen Entwicklung in all den Bereichen gestärkt werden, wird ein relevanter Grundstein für ein gesundes und selbstbestimmtes Leben gelegt.“ Das Programm setzt dabei auf die Weiterentwicklung der pädagogischen Teams, die die Kinder im Alltag begleiten und gezielt in ihrer Persönlichkeitsbildung unterstützen.

Mit dem Abschluss der Schulung beginnt nun die praktische Umsetzung in den Kindergärten. Die SDB wünscht den Beteiligten „viel Freude bei der Umsetzung“. Das Ziel: Kinder, die von Anfang an lernen, auf sich selbst und ihre Gefühle zu achten – und damit bessere Chancen auf ein stabiles Leben haben.