Im Burgenland wird noch intensiver für Kinder und Enkel vorgesorgt, als in anderen Bundesländern. Die Sparstudie der Erste Bank zeigt aber auch, dass gerne konservativ veranlagt wird. Dabei können schon kleine Beträge auf lange Sicht große Summen bringen - und das wird durch das „Zukunftsdepot“ des Bundes jetzt besonders interessant.
Klartext in der Kammer: Wirtschaft nimmt die Politik in die Pflicht
WK startet neue Kampagne
Auf die Frage, was Unternehmen gerade jetzt brauchen, sieht die Wirtschaftskammer Burgenland auf Bundes- wie Landesebene Hebel, die man in Bewegung setzen könnte. Zu Bürokratie, Regionalität oder Teuerung haben Präsident Andreas Wirth und Direktor Harald Schermann von heimischen Betrieben vieles aus erster Hand.
Zum Kampagnen-Start gibt's klare Forderungen: Burgenlands Wirtschaftskammer-Präsident Andreas Wirth (r.) und Direktor Harald Schermann (l.).
© Wolfgang Millendorfer
„Leider“ gebe es auch im Land viele Beispiele, wie und warum die Wirtschaft besonders unter Druck steht, sagen Wirth und Schermann: eine heimische Bäckerei etwa, deren Betreiber dem WK-Präsidenten persönlich erzählt habe, dass die vergangenen beiden Jahre die schwersten überhaupt waren und heute noch sind. Und diesen Betrieb gebe es seit 32 Jahren, heute mit zwölf Mitarbeitern und vier Lehrlingen. „Da muss die Politik doch munter werden“, sagt Wirth.
Eine Bäckerei ist für den Präsidenten und den WK-Direktor auch ein gutes Beispiel dafür, dass dringend an den Energiepreisen geschraubt werden müsse, etwa durch eine Senkung der Netzkosten: „Bäckereien produzieren ihre Waren am Abend, das wird mit einer PV-Anlage nicht so einfach funktionieren.“ Neben der Teuerung, die auch bei Rohstoffen und Material voll zuschlägt, ist es vor allem die Bürokratie, die nicht nur die Kammer ärgert: „Die Unternehmen sind mit Bürokratie zugedeckt.“
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Bei den Wirtschafts-Stammtischen, zu denen regelmäßig und derzeit wieder in allen Regionen geladen wird, höre man all diese Themen laufend. Der Grund für die Kampagne, die ab morgen überall sichtbar werden soll: „Es ist wichtig, dass man jetzt laut wird und die Themen aufgreift, sonst wird der Wirtschaftsstandort Probleme bekommen“, sagte Kammer-Direktor Harald Schermann bei der Präsentation in Eisenstadt.
Wenn „die Politik“ angesprochen wird, meint die Wirtschaftskammer sowohl die Bundes-, als auch die Landesebene. „Keine neuen Hürden und Entlastung“, das sind zwei zentrale Forderungen an den Bund. Mit der geplanten Senkung der Lohnnebenkosten sieht Wirth Signale, dass man das Problem erkannt habe, „spät, aber doch“.
Analyse: Wo lassen Betriebe Geld liegen?
Im Land wünschen sich die Kammer-Vertreter mehr Gespräche und schnellere Entscheidungen: „Wenn die Betriebe als Konkurrenten gesehen werden, und nicht als Partner, dann wird es nicht funktionieren“, spielte Wirth auf die Landesunternehmen an. Bekannt sind die Diskussionen um Verkehrsbetriebe oder etwa Landesküchen.
„Wir sehen aber auch bei Bauprojekten immer wieder Generalunternehmer aus der Steiermark oder aus Wien. Warum nicht mehr regionale Unternehmen?“ Die angekündigte LKW-Maut im Burgenland wiederum beurteilt man in der Kammer als Hindernis für neue Betriebsansiedelungen.
„Unsere Hand bleibt ausgestreckt“, betonen Wirth und Schermann dennoch. Und die Wirtschaftskammer selbst kündigt parallel zur Kampagne außerdem ein neues Service-Angebot an: Mit der „Betriebsanalyse“ werde den burgenländischen Betrieben kostenlos Berater zur Seite stellen. Diese prüfen die Kennzahlen, Prozesse, Vertriebskanäle und Produkte, um aufzuzeigen, wo der Betrieb „möglicherweise Geld liegen lässt“.

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