Wohin mit dem Müll?. Nach einem Schreiben des Müllverbandes schlossen viele Gemeinden ihre Sammelplätze — was zu illegalen Ablagerungen führte.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 17. April 2020 (03:00)
Altstoffsammelzentrum - Symbolbild
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„Geschlossene Deponien sehen die Bürger nicht gerne“, erklärte ein besorgter Ortschef der BVZ. Er war bei weitem nicht der Einzige, der sich nach einem Schreiben des Burgen-ländischen Müllverbandes (BMV) bezüglich der Sammelstellen in den Gemeinden mit Problemen konfrontiert sah.

In der Information an die Gemeinden (die der BVZ vorliegt) heißt es: „Die Abholung der Abfälle von den Abfallsammelstellen der Gemeinden wird vorübergehend eingestellt. Den Gemeinden empfehlen wir, die Annahme von Abfällen vorerst auszusetzen.“ Auch die Abfallsammelstellen des Umweltdienstes Burgenland (UDB) wurden geschlossen. Das sorgte für Ärger bei vielen Burgenländern, die ihre Bürgermeister dafür verantwortlich machten. Diese verwiesen wiederum auf die Empfehlung des Müllverbandes. Das änderte aber nichts am Ärger über geschlossene Sammelstellen, zumal aktuell mehr Zeit für Entrümpelungen und Ähnliches bleibt.

„Illegale Entsorgung ist und bleibt illegal. Wenn jemand versucht Druck auszuüben, indem er Müll im Wald oder sonst wo entsorgt, ist das natürlich strafbar und zu ahnden"

Die Schließung der Müllplätze führte in vielen Gemeinden zu vermehrten illegalen Ablagerungen im Wald oder auf Feldern, da besonders uneinsichtige und rücksichtslose Bürger scheinbar mit dem Ausmisten nicht mehr warten wollten. „Illegale Entsorgung ist und bleibt illegal. Wenn jemand versucht Druck auszuüben, indem er Müll im Wald oder sonst wo entsorgt, ist das natürlich strafbar und zu ahnden“, erklärt BMV-Geschäftsführer Markus Szelinger auf BVZ-Anfrage.

Die Empfehlung, die Stätten zu schließen, begründet Szelinger mit der Priorität der Hausmüllabholung, die uneingeschränkt weiterlief: „Wir haben umschlichten müssen, um die Kapazitäten für die Müllabfuhr freizuhaben und die kritische Infrastruktur versorgen zu können.“ Die Entscheidung, Sammelstellen zu schließen oder nicht, liege bei den Gemeinden, der BMV gebe nur Empfehlungen ab.

In den nächsten Tagen und Wochen soll der Service für die Sammelstellen schrittweise wieder hochgefahren werden.