Lugner, Raser, Großprojekte: Das war das Jahr 2024 im Bezirk

Bezirksrückblick

Welche Geschichten im Bezirk Eisenstadt die Menschen im Bezirk am meisten bewegten – im positiven wie im negativen Sinne.

Von Von Peter Wagentristl, Sigrid Janisch und Chiara Kain

Richard Lugner bei seinem letzten öffentlichen Auftritt bei der Premiere von "My Fair Lady" bei den Seefestspielen Mörbisch.

Richard Lugner bei seinem letzten öffentlichen Auftritt bei der Premiere von "My Fair Lady" bei den Seefestspielen Mörbisch.

© Nina Mayer

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und einige der großen Geschichten, kleinen Skandale und lustigen Schmankerl sind fast schon wieder vergessen. Die BVZ hat daher im Archiv gekramt.

Unvergessen bleibt freilich Richard Lugner, der mit seinem letzten öffentlichen Auftritt bei der Premiere der Seefestspiele Mörbisch – gemessen an Klickzahlen – mit Abstand das größte Leserinteresse weckte. Dabei war er mit einem „Zoo“ an Ex-Frauen und -Freundinnen Zentrum der Aufmerksamkeit – zumindest diesem fragwürdigen Frauenbild muss man nicht nachweinen.

Ebenfalls ganz weit oben in den Klick-Rankings waren auf bvz.at britische Raser, die mit ihren Sportwagen und bis zu 266 km/h im Bezirk Eisenstadt absichtlich ins Radar fuhren.

Unwetter hielten den Bezirk in Atem

Bei einigen bereits vergessen, bei anderen noch schmerzlich im Gedächtnis waren die Unwetter im Sommer und Herbst, die den Bezirk Eisenstadt in Atem hielten.

In den Gemeinden entlang der Leitha wurde sogar eine Katastrophenwarnung ausgegeben – nur hauchdünn entging man dort, wie auch an der Wulka, einer noch schlimmeren Katastrophe. Der Wasserstand der beiden Flüsse im Bezirk blieben nur wenige Zentimeter unter der Uferlinie. Dank dem Ausbau des Hochwasserschutzes konnte Schlimmeres verhindert werden.

Lugner, Raser, Großprojekte: Das war das Jahr 2024 im Bezirk

© BVZ/Wagentristl

Dennoch richteten Starkregen und Sturm enorme Schäden in großen Teilen des Bezirks an. Die Feuerwehren waren teilweise tagelang im Dauereinsatz. Sie wurden beim Befüllen von Sandsäcken von Freiwilligen aus der Bevölkerung unterstützt sowie mit Essens- und Getränkespenden versorgt.

Vom Hagel im Mai waren besonders Landwirte mit insgesamt rund 5.000 Hektar Fläche im Obst-, Wein- und Ackerbau betroffen. Die Hagelversicherung ging von einem finanziellen Schaden von etwa 1,3 Millionen Euro aus.

Ganz im Gegenteil die Auswirkungen der Starkregenereignisse für den Neusiedler See. Nach zwei Jahren, in denen über die burgenländischen und österreichischen Grenzen hinweg über eine mögliche Austrocknung diskutiert wurde, liegt der Wasserstand des größten Steppensees Mitteleuropas nun wieder (fast) im langjährigen Mittel. Das Comeback des Neusiedler Sees kann wohl als Happy End des Jahres bezeichnet werden.

Vieles neu im Jahr 2024 in Bezirk und Gemeinden

Im Martinsschlössl Donnerskirchen entstand nach zweijähriger Planung durch Weintourismus Burgenland ein neuer Treffpunkt für Wein- und Genussliebhaber: das Haus des Weines.

Trausdorfs Flugplatz wurde mit einem neuen Festival wiederbelebt, das allerdings in einer Insolvenz mündete. Außerdem entstand ein neuer Radweg zwischen Trausdorf und nach Wulkaprodersdorf. Dort stand 2024 auch der Baubeginn des Projekts „Mittendrin“, mit einem Gesundheitszentrum sowie mehreren Wohnungen.

Zillingtal bekommt eine eigene Volksschule anstelle des ehemaligen Gemeindegasthauses im hinteren Teil des Gemeindeamtes.

In Zagersdorf lief es umgekehrt: Im Zuge einer Volksbefragung im August wurde der Wunsch nach einem eigenen Gemeindewirtshaus in Zagersdorf bekräftigt. Das ehemalige Gasthaus „Gegi“ auf der Hauptstraße wurde bereits abgerissen, bis zum Herbst 2025 soll das neue Gemeindewirtshaus fertiggestellt sein.

In Hornstein wurde der Zubau der Volksschule eröffnet – in dem kürzlich eingebrochen wurde.

In der Nachbargemeinde Neufeld fand am See der Spatenstich für die neue Basis der Heerestaucher statt, die bereits im Mai 2025 eröffnet werden soll.

Breitenbrunn hat einen „Neuen Strand“: Das von Esterházy in „Selbstverwaltung“ zurückgeholte Seebad wurde rundum erneuert. Das Marinagebäude mit Restaurant und Semiräumen wurde im Juni eröffnet. Im nächsten Ausbauschritt folgen unter anderem mietbare Lodges.

In Klingenbach hat sich 2024 vor allem viel in der Gastronomie getan. Mit der Verbesserung auf einen 4. Stern des Weinwirtshauses und dem 100 Jahre Jubiläum des Gasthofs Gregorits gab es heuer einiges zu feiern.

In Schützen feierte man den 100. Jahrestag der Umbenennung des Ortes von „Gschiess“ auf „Schützen am Gebirge.“ Im Dezember wurde außerdem eine Gedenktafel für den ehemaligen Amtsleiter Josef Prieler angebracht, der 1944 hier von Gestapo-Männern erschossen wurde.

In Wimpassing wurde wiederum die Widmung für das Grundstück, auf dem ein Pflegestützpunkt errichtet werden soll, in die Wege geleitet. In Hornsteinfragen sich dagegen sowohl ÖVP als auch SPÖ (!), warum Wimpassing den Zuschlag des Landes bekam.

In St. Margarethen und Mörbisch gedachte man zudem dem 35. Jahrestags des Falls des Eisernen Vorhangs.