Bezirk Eisenstadt: Baden, aber mit Abstand?. Wie wird der Start in die Badesaison in Zeiten von Corona? Die BVZ hat in allen Freibädern des Bezirks nachgefragt.

Von Sigrid Janisch, Lisa-Marie Zehetbauer, Peter Wagentristl und Markus Wagentristl. Erstellt am 08. Mai 2020 (06:29)
Das Freibad in Eisenstadt
BVZ

Der traditionelle Start in die Badesaison fiel heuer schon den Corona-Maßnahmen zum Opfer: Die Freibäder des Bezirks blieben am 1. Mai geschlossen.

Offen sind viele Fragen. Wann wird geöffnet? Wie hoch ist das Risiko einer Ansteckung und welche Maßnahmen treffen die Freibad-Betreiber? Aber auch: Wie hoch ist der wirtschaftliche Schaden. Die BVZ versuchte in einem Lokalaugenschein, möglichst viele dieser Fragen zu beantworten.

Eisenstädter Freibad: „Wir sind vorbereitet“

Experten gehen derzeit davon aus, dass die Viren im Chlorwasser nicht überleben, die Ansteckungsgefahr übers Wasser ist daher äußerst gering. Da es bei der Übertragung über die Luft schon ganz anders ausschaut, konzentrieren sich die Freibad-Betreiber auf die Liegeflächen, Ein- und Ausgänge sowie den Kantine-Bereich.

Die langjährige Freibad-Gastronomin Andrea Zänglein ist die Wetter-Lotterie ja gewohnt, diese Situation ist aber natürlich auch für sie neu – und trifft sie finanziell dort, wo es weh tut: „Bei diesem schönen Frühling hätten wir eigentlich auch schon Mitte März aufsperren können.“ Sie wird aber stattdessen wohl auch noch den Juni zu einem großen Teil abschreiben können: „Wir wissen noch nicht, wie oft die Schulen im Turnunterricht zu uns schwimmen kommen, oder ob sie überhaupt kommen. Das war im Juni immer unser stärkstes Geschäft.“

Sie bleibt aber positiv: „Dass die Stadt uns die Pacht erlassen hat, war natürlich eine große Hilfe für uns. Wir haben uns in der Zwischenzeit auf die Corona-Maßnahmen vorbereitet und Plexigläser und Abstands-Markierungen bei der Kantine angebracht. Wir sind vorbereitet. Jetzt muss nur noch das Wetter passen.“

In der Landeshauptstadt arbeite man jedenfalls auf eine baldige Öffnung des Freibades hin: „Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Wir gehen davon aus, dass wir wie geplant öffnen können“, so Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP).

Siegendorfer Freibad als Besuchermagnet

Eines der beliebtesten Freibäder im Bezirk ist jenes in Siegendorf — nicht zuletzt wegen dem geschätzten wie gefürchteten Fünf-Meter-Sprungturm. Mit etwa 60.000 Besuchern pro Saison ist es vor allem für jene Gemeinden in der Umgebung, die kein Freibad haben, ein Anziehungspunkt. Bis zu 2.000 Gäste kommen an starken Tagen nach Siegendorf zum Schwimmen, erklärt Bürgermeister Rainer Porics (SPÖ). Entsprechend eng könnte es bei einer Freigabe an heißen Tagen bei Rutsche, Kantine, Sprungturm oder Einlass werden.

Derzeit will man in Siegendorf aber noch die Vorgaben des Landes abwarten und darauf, welche Maßnahmen vorgeschlagen werden. Unabhängig davon werden in Siegendorf laufend die Grünflächen gepflegt, damit diese nicht verwildern. „Im Außenbereich halten wir das Areal in Schuss und bringen es auf Vordermann. Für eine Öffnung brauchen wir eine Vorlaufzeit von etwa zwei Wochen“, so der Ortschef.

Ob aber der späte Saisonstart zu einem Besucher- und Einnahmenrückgang im heurigen Jahr führt, will man in der Gemeinde noch nicht bewerten. Das Freibad befinde sich jedenfalls in einem „Top-Zustand“, einer erfolgreichen Badesaison stehe zumindest in dieser Hinsicht nichts im Wege.

Oggau wartet noch auf weitere Informationen

Beim Oggauer Freibad zeigt man sich in der Gemeinde noch abwartend. Bürgermeister Thomas Schmid (SPÖ) betont, dass nach derzeitiger Rechtslage noch bis 30. Juni das Öffnen der Freibäder untersagt ist. Auch wenn nun bereits über neue Termine diskutiert wird: „Ich habe noch nichts Schriftliches bezüglich einer Freigabe. Ich kann dazu also noch keine Details nennen.“

Wenn eine derartige Erlaubnis erteilt wird, werde man jedenfalls möglichst rasch öffnen. Auch beim Land hat Bürgermeister Schmidt, seinerseits Landtagsabgeordneter, bereits nachgefragt. Dort gebe es derzeit aber auch noch keine Infos vom Bund. Dieser sei, was Informationen angeht, „immer ziemlich säumig, egal ob es um Schule oder Freizeit geht.“

Bezüglich der Abstandsregelungen macht sich der Ortschef keine Sorgen: „Bei uns wäre das sicher möglich, das Areal hat eine Fläche von 2,6 Hektar.“ Auch wenn es noch keine Details gibt, habe man bereits mit den Vorbereitungen begonnen, etwa bei den Grünflächen und der Beckenreinigung. Innerhalb von zwei Wochen nach Bekanntgabe einer Öffnung könne der Badebetrieb jedenfalls anlaufen, so Schmidt.

Ob der späte Start zu einem Minus in der Bilanz führen wird, will er derzeit noch nicht beurteilen, aber: „Ein Freibad war noch nie eine große Einnahmequelle.“

Purbach will noch im Mai öffnen

Bürgermeister Richard Hermann (ÖVP) will das Solarwarmbad noch im Mai eröffnen: „Derzeit ist die Eröffnung am 29. Mai geplant.“

Sabine Schwarz, Geschäftsführerin des Stadtmarketing Purbach ergänzt: „Wir sind soweit startklar, es werden gerade die letzten Vorbereitungen in Bereichen der Technik und Reinigung getroffen. Derzeit klären wir noch, welche Auflagen es gibt. Gibt es bis zur Eröffnung nichts von Bund oder Land, machen wir Maßnahmen wie Tafeln und Markierungen selbst.“

Donnerskirchen: Bad und Camping ab Juni

Auch im Donnerskirchener Sonnenwaldbad wird die Eröffnung vorbereitet. „Wir wollen zu Fronleichnam, am 11. Juni, eröffnen. Die Vorbereitungen sind fast abgeschlossen. Wie wir die Maßnahmen umsetzen, entscheiden wir erst, wenn die Grundbedingungen kommen. Außerdem startet am 29. Mai auch der Betrieb am Campingplatz. Damit haben wir ein bisschen Reserve, um die Maßnahmen umzusetzen. Vielleicht können wir auch früher eröffnen“, erklärt Donnerskirchens Bürgermeister Johannes Mezgolits (ÖVP).

Badestart in Rust schon für Ende Mai geplant

„Aus jetziger Sicht wollen wir am 29. Mai den Betrieb starten“, erklärt Seebad-Geschäftsführer Harald Weiss. Allerdings müsse man noch zuwarten, wie die Maßnahmen der Regierung lauten und wie gut sie angenommen werden.

Bei einem Arbeitskreis mit anderen Seebad-Geschäftsführern kam man zur Einschätzung, dass für die heurige Saison ein Minus von 30 bis 50 Prozent droht. Bis auf ein paar letzte Maßnahmen wäre jedenfalls alles bereit für den Badespaß in der Storchenstadt.