Dem gesunden Schlaf auf der Spur im Schlaflabor in Oberpullendorf

Gesundheit Burgenland

Im Schlaflabor der Klinik Oberpullendorf kümmern sich Expertinnen und Experten um verschiedene Formen von Atmungsstörungen. Vor Kurzem erhielt die Abteilung die Zertifizierung mit Bestnote.

Von BVZ Redaktion

Biomedizinische Analytikerin Elisabeth Handler, Oberarzt Laszlo Czumbil und Kathrin Hoschopf gehören zum Team des Schlaflabors.

Biomedizinische Analytikerin Elisabeth Handler, Oberarzt Laszlo Czumbil und Kathrin Hoschopf gehören zum Team des Schlaflabors.

© Gesundheit Burgenland

Schlafstörungen sind in Österreich weit verbreitet. Sie haben einen massiven Einfluss auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit und können im schlimmsten Fall zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen. Im Schlaflabor der Klinik Oberpullendorf geht man den Ursachen von Schlafstörungen auf den Grund.

Schwerpunkt des Schlaflabors ist die Diagnostik und Therapie von nächtlichen Atmungsstörungen in Verbindung mit Schnarchen oder bestehenden Lungenerkrankungen. Die am häufigsten vorkommende Form ist die obstruktive Schlafapnoe (OSA). Hier kommt es während des Schlafes zum Kollaps der oberen Atemwege. Die Folgen sind Atempausen (Apnoen) oder Atemabflachungen (Hypopnoen), die zu Weckreaktionen und/oder einer Sauerstoffunterversorgung führen.

Bei Verdacht auf das Vorliegen einer Schlafatmungsstörung sollte zunächst eine ambulante Polygraphie (Schlafscreening, ambulantes Monitoring) im niedergelassenen Bereich – also bei Lungen- und HNO-Fachärztinnen und Fachärzten oder Internistinnen und Internisten – durchgeführt werden. Dazu bekommen Patientinnen und Patienten ein kleines Aufzeichnungsgerät mit nach Hause. Anhand dieses Befundes erfolgt die Terminvergabe zur Polysomnographie (PSG), bei der Patientinnen und Patienten eine Nacht im Schlaflabor verbringen.

Hier hat die Klinik Oberpullendorf ein spezielles Service etabliert: Früher fand die Voruntersuchung vor der Polysomnographie („Diagnosenacht“) in der Internen Ambulanz statt. Weil das Einzugsgebiet groß ist, mussten Patientinnen und Patienten dafür oft lange Fahrtwege auf sich nehmen.

Das ist jetzt vorbei: Mit Hilfe der Vorbefunde und eines speziell entwickelten Fragebogens lässt sich das Erstgespräch auch telefonisch abwickeln. „Wir versuchen, es den Patientinnen und Patienten so einfach wie möglich zu machen“, sagt Primar Wilhelm Wlassits (Innere Medizin), in dessen Abteilung das Schlaflabor angesiedelt ist.

Seit der Etablierung des Schlaflabors Ende der 1990er-Jahre wuchs es innerhalb der Internen Abteilung der Klinik Oberpullendorf stetig: Gab es zu Beginn nur eine Polysomnographie-Überwachungseinheit, sind es mittlerweile schon drei. Die Behandlungszahlen steigen ebenfalls: 2023 wurden in Oberpullendorf 670 Polysomnographien durchgeführt, 2024 waren es 819.

Seit 2007 ist das Schlaflabor der Internen Abteilung der Klinik Oberpullendorf offiziell akkreditiert. In der Zwischenzeit wurde das Bewertungsverfahren allerdings geändert und es wurde eine Zertifizierung notwendig.

Im Rahmen des Zertifizierungsverfahrens begutachtete ein Expertenteam das Schlaflabor und bewertete neben der Qualität der Strukturen und Geräte auch die personelle Besetzung. Nachdem alle geltenden Anforderungen bezüglich Qualifikation und Ausstattung erfüllt wurden, bekam das Schlaflabor – gemäß den Vorgaben der Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung (ÖSGM) – die Zertifizierungsstufe 1A zuerkannt. „Das ist die bestmögliche Bewertung“, freut sich BMA Elisabeth Handler, die gemeinsam mit Oberarzt Laszlo Czumbil und Kathrin Hoschopf bei der Zertifizierung mit dabei war.