Oberpullendorfer Autorin Jutta Treiber schickt Eisbär in den Eissalon

Neues Bilderbuch

Anfang September erscheint im Verlag wortweit Jutta Treibers neuestes Bilderbuch „Eisbärs Eissalon“.

Von Michaela Grabner

Jutta Treiber (Bild rechts) hat ihr 23. Bilderbuch über einen Eisbär, der ein Eisalonbesitzer ist, geschrieben. Die Illustrationen zum in einigen Wochen im Verlag wortweit erscheinenden Buch hat Alex Nemec gemacht.

Jutta Treiber (Bild rechts) hat ihr 23. Bilderbuch über einen Eisbär, der ein Eisalonbesitzer ist, geschrieben. Die Illustrationen zum in einigen Wochen im Verlag wortweit erscheinenden Buch hat Alex Nemec gemacht.

© zVg/Treiber

„In Eisbärs Eissalon geht es bunt und lustig zu. Da treffen sich der samtigblaue Heidelbär, der erdbeerrote Erdbär, der brummige Brombär, die schüchterne Himbärin, der frischgewaschene Waschbär, die lustige Familie Schwarzbär, der stachelige Stachelbär und der eitle Perückenbär. Was für ein Gelecker und Geschlecker - für alle Geschmäcker! Und später leuchten auch noch die Sterne dazu ...“: So kündigt der Verlag wortweit Jutta Treibers neuestes Werk an.

Aber wie kommen denn nun die Bären überhaupt in den Eissalon? „Der Eisbär ist der Besitzer des Eissalons und die anderen Bären holen sich dort ihr Lieblingseis, wobei die Bären Phantasiebären wie eben der Heidelbär, der Erdbär, der Stachelbär, usw. sind “, erklärt Jutta Treiber und verrät, dass es viele „bärige“ Sprachspielereien im Buch geben wird. „Eisbärs Eissalon“ ist Jutta Treibers dreiundzwanzigstes Bilderbuch, wobei neun allein im Zuge der Knaxi-Fischbuchreihe entstanden sind. Insgesamt hat die Autorin schon mehr als 50 Bücher veröffentlicht.

„Ein Bilderbuch ist ein 100 Meter Lauf, ein Roman ein Marathon“

Auf die Frage, wodurch sich das Schreiben eines Bilderbuchtexts von beispielsweise dem eines Romans unterscheidet, meint die erfahrene Autorin: „Wodurch sich ein Bilderbuch und ein Roman am meisten unterscheiden, ist tatsächlich vor allem die Länge. In einem Bilderbuch wird eine Geschichte kurz und knapp erzählt, man beschränkt sich auf das Wesentliche und – zumindest sehe ich das so – es soll sprachlich überraschend und auch poetisch sein.“ In einem Roman erzähle man weit ausladender eine oder auch mehrere Geschichten oder Geschichtenstränge. „Man kann eine größere, komplexe Weltsicht entwickeln, geht ins Detail und arbeitet natürlich auch viel länger daran, Daher braucht man auch einen weitaus längeren Atem“, so Treiber. „In die Sportsprache übersetzt würde das heißen: Ein Bilderbuch ist ein 100 Meter Lauf, ein Roman ist ein Marathon.“

Begleitet beim nunmehrigen 100 Meter-Lauf hat die Oberpullendorferin der im Weinviertel lebende Niederösterreicher Alex Nemec, der schon seit Längerem für den wortweit-Verlag arbeitet. Er hat die Illustrationen zur bärigen Geschichte gezeichnet.

Bei Bilderbuch Nummer 23 bringt man als Autorin auch in der Zusammenarbeit mit Illustratoren, die sich durchaus sehr unterschiedlich gestalten kann, einiges an Erfahrung mit. „Mit manchen Illustratoren setzt man sich schon vor Beginn der Arbeit zusammen und bespricht die jeweiligen Vorstellungen, manche arbeiten ganz selbstständig und schicken dann das Ergebnis. Doch ein Mitspracherecht hatte ich bei allen Bilderbüchern“, erzählt Treiber.

Sie gesteht ein, dass es nicht immer ganz einfach ist, die eigene Geschichte in Bildern zu sehen, die jemand anderer gemalt hat, also quasi durch die Augen eines anderen. „Ich habe oft schon sehr genaue Bilder im Kopf und bin dann manchmal enttäuscht, wenn die Bilder des Illustrators nicht meinen Vorstellungen entsprechen. Aber nach einer Weile gewöhne ich mich daran und dann gefallen sie mir meistens auch. Und – der Illustrator ist selbst ein Künstler, der eben seine eigenen Vorstellungen hat – das muss man als Autor akzeptieren.“

Auch bei Eisbärs Eissalon brauchte es ein bisschen Zeit bis Wort und Bild zu einer für alle Seiten zufriedenstellenden Kreation „verschmolzen“ sind. „Am Anfang hat er zwei Entwürfe fürs Cover gemacht, die mir nicht besonders gefallen haben. Wir haben uns dann in Wien zusammengesetzt – zu dritt – Illustrator, Verlegerin und ich – und haben gemeinsam unsere Vorstellungen entwickelt. Und danach hat die Zusammenarbeit gut geklappt“, schildert Treiber, die die endgültigen Illustrationen sehr kindgerecht und sehr lieb findet.

Das neue Bilderbuch geht nun in Druck, Es wird Anfang September erscheinen und von Jutta Treiber im Rahmen der Pullenale, der Oberpullendorfer Kulturtage, am 13. Oktoberim Kino präsentiert.

„Es ist wieder einmal die Zeit der Bilderbücher...“

In der Zwischenzeit arbeitet Jutta Treiber auch an anderen Bilderbüchern. „Es ist wieder einmal die Zeit der Bilderbücher. Das hat sich zufällig so ergeben“, meint sie. Im Frühjahr 2025 wird der zweite Teil von Debi Glioris “So wie du bist” erscheinen – mit dem Titel: “Ich hab dich lieb an jedem Tag”, das Jutta Treiber aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt hat. Und für den Herbst 2025 ist die Erscheinung von zwei weiteren Bilderbüchern geplant - Eines zum Thema: Wie mache ich Kindern Mut in schwierigen Zeiten? – mit dem Titel “Warum ist der Kakao so grau?” – und ein zweites Bilderbuch zum Thema Adoptivkind, mit dem Titel “Bauchmama – Kuschelmama”.

Und wenn zwischen dem Schreiben Zeit für ein Eis bleibt, dann am liebste eine Kugel Haselnuss, auch wenn es die Sorte in Eisbärs Eissalon leider nicht gibt, weil dort erhält man nur Beereneis.