30 Jahre nach Willibald Hofer leitet seit September 2026 sein Sohn Jürgen die Geschicke der Marktgemeinde Deutschkreutz. Im Gespräch mit der BVZ blickt das Vater-Sohn-Duo auf damalige und heutige Herausforderungen, veränderte Aufgaben, familiäre Werte und die Zukunft ihres Heimatortes.
300 Jahre alte Mariensäule und ein Baum voll Erinnerungen zum Pflücken
Pfarrfest
Nicht nur beim sondern auch zugunsten des Pfarrhofs gab es am Sonntag Nachmittag ein geselliges Beisammensein, bei dem auch die Mariensäule ganz besonders im Fokus stand.
Am großen Nussbaum hatten Silvia Grabner und ihr Team Fotos aus dem Pfarrleben ausgehängt. Jeder, der Fotos von sich fand, konnte sich diese zur Erinnerung mit nach Hause nehmen.
© Michaela Grabner
Denn das Pfarrfest startete heuer offiziell bei der 300 Jahre alten Mariensäule in der Rabnitzstraße, wo Steffi Kohwalter die Geschichte des Denkmals näher brachte, so wie sie ihr selbst von einem älteren Nachbarn überliefert worden ist. Demnach sind vor über 300 Jahren zwei Burschen aus Piringsdorf, das damals noch zu Ungarn gehörte, nach Pest studieren gegangen. „Der eine ist Bischof geworden, der andere - so genau hat es mir mein Nachbar gesagt - war auch ein hohes Viech“, schmunzelt Kohwalter.
Im heutigen Burgenland gab es damals eine große Not, weshalb ehemalige Kameraden der beiden Auswanderer nach Pest fuhren, um von den beiden mittlerweile hohen Herren Hilfe zu erbitten, die ihnen auch gewährt wurde. „Als das Dorf aus der Not herausgekommen war, wurde die Säule 1726 aufgestellt - ob von den Piringsdorfern als Dank oder von den zwei hohen Herrn weiß man nicht. Einzige Bedingung war, dass die Säule nicht wie sonst üblich Richtung Kirche oder Dorfmitte schauen sollte, sondern Richtung Pest“, wusste Kohwalter weiters zu berichten.
Viele Jahre später fiel die Säule bei einem Blitzschlag zum Opfer. Ob sie selbst vom Blitz getroffen wurde oder der daneben befindliche Nussbaum, der auf die Säule stürzte, ist nicht bekannt. Die Säule wurde dabei jedenfalls zerstört, die Heiligen - eine Figur von Maria sowie Figuren ihrer Eltern Joachim und Anna - blieben aber zum Glück ganz. Daher fuhren einige Piringsdorfer mit dem Pferdewagen nach Sankt Margarethen, um eine neue Säule zu besorgen. Als sie wieder aufgestellt wurde, wurde sie dieses Mal Richtung Kirche gerichtet.
Erst als die Rabnitzstraße gemacht wurde, wurde die Säule an ihren heutigen Standort, etwa 40 Meter weiter von ihrem ersten, versetzt. Seither blickt Maria in Richtung Wald.
Richtung Pfarrhof ging es indes nach den Ausführungen von Steffi Kohwalter für die interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer. Nach einer Messe gab es musikalische Unterhaltung von der Jugendmusikkapelle Piringsdorf, Leberkäse-, Surbraten- und Kümmelbratensemmeln, Krautstrudel, Bowle und mehr. Außerdem stand ein gemeinsames Singen am Programm.
Der Reinerlös des Pfarrfests fließt in die Renovierung des Pfarrhofs.