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Paul Kiss erklärt, warum werdende Mütter nach Oberpullendorf kamen
Serie Puindoaf-Fans
Der langjährige Bürgermeister Paul Kiss verrät wie Oberpullendorf „babyleicht“ in ganz Österreich bekannt wurde und betont, dass sich die Hauptstadt des Mittelburgenlands auch in der Sportwelt einen Namen gemacht hat.
Die Schmyede mit ihrem Entrée und Ambitene ist Paul Kiss Lieblingsplatz in Oberpullendorf. Dort trifft er sich auch von Montag bis Samstag mit seiner täglichen Männerstammtisch-Runde. "Ich halte mich mit Vorliebe in Gatshäusern auf, ich kann stundenlang sitzen und mir wird nicht fad", so der bekennende "Wirtshaushocker".
© Michaela Grabner
Paul Kiss ist Oberpullendorfer durch und durch. Nicht nur, dass er in Oberpullendorf geboren wurde und Zeit seines Lebens immer Oberpullendorfer geblieben ist, war er auch in sehr vielen Vereinen engagiert. „In Oberpullendorf hat es de facto keinen Verein gegeben, egal ob im Sport, Kultur- oder Sozial-Bereich, wo ich nicht in irgendeiner Funktion dabei gewesen wäre“, schildert Kiss, der als Halbwaise aufgewachsen ist, nachdem sein Vater einen Monat vor seiner Geburt starb. „Eigentlich hätte ich Roman geheißen, so wurde ich auf Paul getauft nach meinem Vater“, verrät Kiss, der sich selbst als „Vereinsmeier“ bezeichnet.
Eine seiner Vereinstätigkeiten war es schließlich auch, die dem Lehrer schon in jungen Jahren den Weg in die Politik ebnete.
„Karl Kaplan ist mein Mentor gewesen. Als Bürgermeister Wutschek 1977 zurücktreten musste, versuchte die ÖVP einen Bürgermeisterkandidat zu finden. Hans Rathmanner, der aus den Reihen des Gemeinderats interimistisch für ein halbes Jahr übernommen hatte, wollte nicht kandidieren. Karl Kaplan hat gesagt, nehmen wir den Paul Kiss, der ist Obmann vom Judoclub und das macht er großartig“, schmunzelt Kiss heute noch darüber, dass Kaplan damals für ihn in die Waagschale geworfen hat.
Von 1977 bis 1990 war Kiss dann Bürgermeister und kennt daher Oberpullendorfs Weg in den ersten Jahren nach der Stadterhebung so gut wie kaum ein anderer.
„Wir waren eine Stadt nach dem Gesetz, aber wir hatten noch viel Aufholbedarf in Oberpullendorf etwa in Bezug auf die Infrastruktur. In der Ungargasse gab es beispielsweise noch gar keinen Asphalt“, erinnert sich Kiss. Er einnert sich aber auch an die Aufbruchstimmung in den 70er- und 80er-Jahren. „Es gab Begeisterung und Leidenschaft, die Ideen sind aktiv gesprudelt und wir haben aus allen Bereichen gute Leute gehabt“, betont Kiss. So sei Oberpullendorf zu einer prosperierenden Stadt geworden.
„In meiner Bürgermeisterzeit war Oberpullendorf als Gemeinde bekannt, wo mit sanfter Geburt tausende Kinder zur Welt gekommen sind. Aus ganz Österreich sind werdende Mütter nach Oberpullendorf gekommen, um hier zu entbinden. Man sollte nicht glauben, wieviele Leute Oberpullendorf als Geburtsort haben“, meint Kiss.
Bekannt sei Oberpullendorf damals wie heute auch für den Sport. War es in den 80er/90er-Jahren der erste burgenländische Kegelclub, der von der Bahn im Sportreff Kurz aus den Weg in die Bundesliga fand, sind es heute die ebenfalls im Sporthotel Kurz angesiedelten Tennisevents und die Tennisakademie.
„Oberpullendorf ist optisch gut aufgestellt. Die Infrastruktur ist in Ordnung. Wir werden von Auswärtigen oft beneidet, weil man in Oberpullendorf auf kleinem Raum alles hat“, so Kiss. Er spricht dabei Institutionen wie Bezirkshauptmannschaft, Bezirksgericht oder Krankenhaus ebenso an wie die Schulen, den Handel oder die Gastronomie.
Oberpullendorf-Gästen würde er einen Besuch der ungarischen Pfarrkirche in Mitterpullendorf und der nach den Plänen von Architekt Clemens Holzmeister 1935 erbauten Pfarrkirche Oberpullendorf empfehlen. „Clemens Holzmeister hat aus einem Neubau etwas gemacht, das über Jahre und Jahrzehnte in die Zukunft hineinwirkt“, so Kiss.
Seiner Meinung nach ist die Lebensqualität in Oberpullendorf sehr hoch. „Innerhalb einiger Minuten ist man in der Natur. Man darf hier umgeben von Hügeln und sanften Wäldern in relativ ruhiger Lage leben ohne Industriebetriebe oder überbordenden Verkehr“, so Kiss. „Ich glaube, dass es sich in Oberpullendorf zu leben lohnt.“
Name:Paul Kiss
Jahrgang: 1947
Beruf:(Leidenschaftlicher, dankbarer) Pensionist
Familie: verheiratet mit Rita, eine Tochter Margot, eine Enkeltochter Anna, eine Urenkelin Sophia
Hobbys: Wirtshaus gehen, lesen zum Beispiel Sachbücher in Politik, Geographie, und Geschichte, Belletristik, Zeitungen, mit Menschen zusammensitzen und Gespräche führen
Ich lebe in Oberpullendorf seit... meiner Geburt
Oberpullendorf in drei Worten: Lebenswert, sympathisch, wohltuend
Mein Lieblingsplatz in Oberpullendorf: Schmyede
Was ich mir für Oberpullendorf wünsche: Eine gute Zukunft für die vielen Unternehmen, damit Arbeitsplätze gesichert sind und das Freizeitangebot, um es auch ordentlich genießen zu können, hier zu leben
Wenn ich nicht gerade in Oberpullendorf bin, bin ich am liebsten....bis vor fünf Jahren in Teneriffa, bis voriges Jahr in der Südsteiermark. Jetzt fahre ich punktuell mit meiner Gattin nach Wien und mache zwei, drei Mal im Jahr einen Ausflug in Österreich oder nach Italien.