Zwölf Länder, tausend Geschichten und Erfahrungen, die weit über das Reisen hinausgehen: Michael Pahr erzählt warum es sich lohnt, die Welt auf eigene Faust zu entdecken.
Berauscht Unfall verursacht und Freundin misshandelt? Ex vor Gericht
Bezirk Oberwart
Im Kindergarten fiel auf, dass eine junge Mutter ständig Verletzungen hatte. Jetzt steht der 23-jährige Ex-Freund vor Gericht.
Der Angeklagte soll unter Cannabiseinfluss einen Unfall verursacht und seine Freundin verletzt haben.
© BVZ/Kirchmeir
„Ab Mai 2024 bemerkte das Team, dass die Frau blaue Flecken auf Armen, Beinen und im Gesicht hatte“, berichtete jene Kindergarten-Pädagogin, die das Kind der jungen Frau aus dem Bezirk Oberwart betreute. „Es war ziemlich offensichtlich. Ich dachte, es ist ein Hilfeschrei. Sie will, dass es gesehen wird“, blickte die Kindergarten-Pädagogin in ihrer Zeugenaussage vor Gericht am 26. November 2024 zurück.
Erst nach der Trennung von ihrem damaligen Freund öffnete sich die Mutter gegenüber der Kindergarten-Pädagogin und sprach davon, dass ihr Ex-Partner sie geschlagen habe. „Sie sagte, er schlägt mich brutal zusammen, er tritt mich die Stiegen hinunter, er haut mich gegen das Regal“, erinnerte sich die Zeugin.
Trennung fand am Tag des Unfalls statt
Am 3. Oktober 2024 hatte die junge Frau Anzeige gegen ihren Ex-Freund erstattet. Die Trennung hatte bereits am 3. Juli stattgefunden, das war jener Tag, an dem der 23-Jährige einen Verkehrsunfall verursacht hatte.
Die Staatsanwaltschaft klagte den 23-Jährigen sowohl wegen dieses Verkehrsunfalls als auch wegen fortgesetzter Gewaltausübung gegenüber der ehemaligen Lebensgefährtin an.
Zigarette aus dem Auto „geschnippt“?
Vor Gericht gab der 23-Jährige nur zu, er sei bei der Autofahrt kurz unachtsam gewesen, weil er eine Zigarette aus dem Fenster „geschnippt“ habe. Er war mit seinem Auto auf die Gegenfahrbahn geraten und touchierte dort ein Auto, in dem ein Ehepaar saß.
Bei einem Bluttest wurde festgestellt, dass der 23-Jährige Cannabis konsumiert hatte. „Bei dem Unfall war ich nicht beeinträchtigt“, sagte der Angeklagte. Die Polizei habe zunächst den Verdacht gehabt, mit einem „Junkie“ zu tun zu haben, „weil ich hier Einstiche hatte“, sagte der Angeklagte und deutete auf seine Armbeuge.
„Das war aber, weil es mich am Sonntag wegen der Hitze zusammengedreht hat und ich im Spital eine Infusion bekam“, berichtete er. Am Abend vor dem Unfall habe er einen Joint geraucht, wie er es immer wieder tat, um schlafen zu können.
Entgegenkommender Lenker: „Konnte sein Gesicht nicht sehen“
Der Lenker des entgegenkommenden Fahrzeugs hatte bei der Polizei Folgendes angegeben: „Ich bemerkte, dass der Fahrer mit etwas beschäftigt war. Ich konnte sein Gesicht nicht sehen.“
Nach dem Unfall soll der 23-Jährige durch sein hochrotes Gesicht aufgefallen sein. Er trug Badeschlapfen und gab zuerst an, er habe einen Zigarettenstummel vom Fahrzeugboden aufgehoben. Später sagte er, er habe im Auto eine Fliege verscheucht. Und zuletzt soll der Angeklagte erzählt haben, er leide unter den Folgen eines Sonnenstichs und stehe unter Medikamenteneinfluss.
Freundin fand Täschchen mit Drogen
Der Drogenkonsum des Angeklagten war nicht nur im Zusammenhang mit dem Unfall ein Thema, sondern hatte offenbar auch dazu geführt, dass die Beziehung zu seiner Freundin endete. Diese hatte nämlich, während ihr Partner nach dem Unfall im Spital lag, im Kellerabteil der gerade erst bezogenen Wohnung ein Täschchen mit Drogen gefunden.
„Ich beendete die Beziehung, weil er unter Drogeneinfluss einen Autounfall verursacht hatte und mein Kind anschrie“, sagte die Ex-Freundin des Angeklagten.
Sie relativierte in ihrer Zeugenaussage vor Gericht ihre Angaben zu den Verletzungen, die der Ex-Freund ihr zugefügt haben soll. Geschlagen sei sie nicht worden, es habe nur im Zuge von „Raufspielen“ festes Drücken an den Oberarmen und Zwicken in die Oberschenkel gegeben. Die Zeugin zeigte im Gerichtssaal Fotos von blauen Flecken, die sie erlitten habe.
Stammten blaue Flecken von „Spaßraufereien“?
„Ich hätte nach den Spaßraufereien nicht mitbekommen, dass sie solche blauen Flecken hatte“, sagte der Angeklagte. Vor Gericht bestritt er, seiner früheren Freundin jemals Verletzungen zugefügt zu haben. Vielmehr habe sich diese selbst verletzt. Deshalb habe er eine 2019 begonnene Beziehung zu der Frau nach einem halben Jahr wieder beendet.
Im Oktober 2023 sei er mit der Frau, die mittlerweile Mutter eines Kindes geworden war, wieder zusammengekommen. „Ich habe sie wirklich geliebt“, sagte der Angeklagte und beklagte sich darüber, in der Anklage „als Frauenschläger“ dargestellt zu werden.
„Ich habe meine Hand noch nie gegenüber einer Frau erhoben“, sagte der 23-Jährige. Seit ihm die Anklage zugestellt wurde, leide er unter schlaflosen Nächten.
Der Prozess wurde vertagt. Weitere Zeugen, darunter das Ehepaar, mit dessen Auto der Angeklagte kollidiert war, sollen befragt werden.
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