Mutwillig soll ein Mieter in einem Haus im Bezirk Eisenstadt Verwüstungen verursacht haben. Jetzt wurde er verurteilt.
„Tag des Judentums“ an Pädagogischer Hochschule Burgenland
Diskussions-Reihe
Vortragsreihe erinnert an jüdische Bestandteile des Christentums und des Burgenlands.
Johannes Reiss, ehemaliger Direktor des österreichischen jüdischen Museums, PH-Professor Martin A. Hainz, Wolfgarten-Professor Lukas Pallitsch, PH-Direktorin Sabine Weisz und Vizerektor Herbert Gabriel.
© Foto: BVZ/Kaiser
Der „Tag des Judentums” (17. Jänner) fand am vergangenen Mittwoch bereits zum 25. Mal statt. Diese kleine Vortragsreihe in der Privaten Pädagogischen Hochschule (PPH) stand natürlich im Schatten des Gaza-Krieges, hatte aber das “Lernens und Erinnern” zum Ziel, wie es in der Einladung hieß. Kurzvorträge von Johannes Reiss, Martin A. Hainz und Lukas Pallitsch widmeten sich der Eisenstädter Geschichte, dem Antisemitismus heute sowie dem interreligiösen Dialog.
Der ehemalige Direktor des jüdischen Museums, Johannes Reiss, erinnerte an die jüdische Gemeinde Eisenstadt-Unterberg, wo mit 906 Einwohnern im Jahr 1836 ein beträchtlicher Teil der 2.000 Eisenstädter lebte. In Lackenbach waren zu der Zeit sogar 62 Prozent der Einwohner Juden. Reiss ließ aber die Menschen statt den Zahlen sprechen. So etwa die von Schmuli Gellis, der 1938 keinen anderen Ausweg aus der einsetzenden Nationalsozialistischen Verfolgung in Eisenstadt wusste, als den Suizid. Seine Schwester und ihr Mann kamen in Konzentrationslagern um. Mit ihnen fand die Geschichte einer alteingesessenen Eisenstädter Familie, die seit fünf Generationen in Sicherheit inmitten unserer Gemeinde gelebt hatte, ein gewaltsames Ende.
Plan: Auftakt einer Diskussions-Reihe
Martin A. Hainz von der PPH mahnte danach in seinem Vortrag “Antisemitismus heute”, dass ebendieser Judenhass nicht ausgestorben sei, sondern nur in neuen Gewänder daherkäme.
Lukas Pallitsch widmete sich in seinem Vortrag “Fremdem Raum geben. Zur Bedeutung des Dialogs” dem Römerbrief. Dort (Röm11:16-20) wird das Naheverhältnis von Judentum und Christentum wie Baumstamm und Zweige dargestellt. “Ohne Judentum ist im Christentum theologisch nichts zu machen”, brachte es Pallitsch auf den Punkt. Er unterrichtet im Gymnasium der Diözese und hat dem jüdischen Erbe des “Wolfgartens” bereits ein viel beachtetes Buch gewidmet.
Rektorin Sabine Weisz war von den Vorträgen und dem Interesse nicht nur ihrer Studierenden, sondern auch vieler in ihre PPH gekommener Gäste begeistert: “Das soll der Start einer Serie sein!”, meint sie zur BVZ. Erste Planungen seien bereits gestartet.