Mutwillig soll ein Mieter in einem Haus im Bezirk Eisenstadt Verwüstungen verursacht haben. Jetzt wurde er verurteilt.
Als die Bauern um Boden kämpften: Grundeinlöse der Bauern
Dorfblick St. Georgen
Der Bauernstand hatte es im Laufe der Jahrhunderte nicht leicht. 1848 kam es zu vielen Protesten und Unruhen nach Jahren der politischen Unmündigkeit und Abhängigkeit von den Fürsten und Lehenherren.
Theresia Kummer, geb. Raidl mit Tochter Johanna, Schwiegersohn Jakob Edelmann und den Enkelkindern Johanna und Theresia.
© Foto: Von der Wurzel ins Jetzt
Erstmals wurde die persönliche Freiheit der Bauern nach liberalen Grundsätzen verwirklicht. Die Bindungen gegenüber der Grundherrschaft und die Grunduntertänigkeit wurden gelöst. Nach jahrhundertelanger Bevormundung plötzlich auf sich allein gestellt, stürzte das manchen Bauern in große Probleme. Schutzfunktionen und Gemeinschaftseinrichtungen der fürstlichen Herrschaft gingen verloren. An die Stelle von Zehent und Roboten traten die Steuern, die sie für erworbenes Land bezahlen mussten. Die bisher untertänigen Bauern konnten nun gegen Zahlung eines bestimmten Betrages freies Eigentum an Grund und Boden erwerben. Ein Drittel des zu erwerbenden Landes hatten die Bauern selbst zu bezahlen und das deutete eine jahrzehntelange Belastung und eine neuerliche Abhängigkeit durch Hypothekenbelastung. Viele Familien verarmten und mussten sogar ihre Häuser verkaufen. So auch die Familie Schäfer in der Präsident-Reil- Straße. Ihr Haus mit einem Weingarten erwarb die Familie Lorenz und Theresia Kummer. Oft haben die Fürsten unwegsame Waldgründe (Lüste) gegen die guten Gründe getauscht und die Bauern betrogen. Hermann Wagner beschreibt in seinem Hausbuch die großen sozialen Veränderungen aus dem Jahr 1866: „Da hat der Fürst Esterhazy uns die Haus Lüst weggenommen und hat uns am Leithaberg dafür gegeben. Unsere Haus Lüst waren flach und eben. Und auf dem Leiterberg wächst nicht einmal schönes Holz. Das war noch nicht genug, da kommt auf unser Haus 261 Gulden und 72 Kronen, der mus es ratenweis auf 20 Jahr zu 6 Prozento verzinsen…..“. Die Bauern versuchten es den Fürsten, auf andere Art und Weise heimzuzahlen. Sie täuschten Flurschäden vor und ließen sich das vom Fürsten ersetzen oder das Wildern mit Drahtschlingen („Maxeln“) geschah ebenfalls sehr häufig. Sie waren zwar Staatsbürger geworden, aber materiellen Vorteil hatten sie von der neuen Situation keine. Sogar bis in die 1950er Jahre stahlen die Kirtagburschen den Kirtgbaum aus dem Esterhazy Tiergarten, als kleine Rache für die Ungerechtigkeiten der Vergangenheit zwischen Fürst und Bauern.