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Pfingstfest, Firmung und Bischofsbesuch
Dorfblick St. Georgen
Pfingsten gilt als Geburtstag der Kirche und ist das Fest des Heiligen Geistes. Zu Pfingsten wird jährlich das Sakrament der Firmung gespendet. In St. Georgen gab es nur alle vier Jahre Firmungen und Bischöfliche Visitationen.
Bischof Stefan Laszlo bei der Kindergarten Visitation 1967.
© Jahrein-Jahraus
Die Firmungsvorbereitung, auswendig lernen des Katechismus und der sonntägliche Kirchenbesuch, waren Pflicht. Das Handauflegen des Bischofs auf den Kopf des Firmlings (Symbolisiert die Übertragung des Heiligen Geistes) wurde landläufig als „Watschn“ verbreitet.
Am Firmungstag holte eine Reitereskorte den Bischof vom „Gmirk“ (heute Kasernenstraße, Gemeindegrenze) ab und geleitete ihn unter Glockengeläut ins Dorf zum Pfarrhof. Ein Bub und ein Mädchen begrüßten ihn mit einem speziellen Spruch: „Eure Exzellenz, hochwürdigster Bischof! Herzlich seid willkommen und in Ehrfurcht seid gegrüßt an diesem Ort, zu dem ihr heute lenktet eure Schritte, um zu verkünden heute ihr Hirtenwort……“.
Die Kinder bekamen danach immer ein „Breverl“ (Andenkenbildchen). Die Gemeindevertretung, der Pfarrer, der Kirchenrat und die katholische Landjugend hatten sich ebenfalls eingefunden. Kirche und Pfarrhof waren weißgelb mit den Farben des Vatikans geschmückt. Nach der Begrüßung wurde der damalige Bischof DDr. Stefan Laszlo in einem Festzug unter Musikbegleitung in die Kirche geleitet.
© Dorfblick
Nach dem Festgottesdient mit der feierlichen Firmung besuchte der Bischof den Kindergarten und die Volksschule. Diese Visitation war immer aufregend, da der Bischof das im Religionsunterricht erlernte von den Kindern erfragte. Für richtige Antworten gab es Lobesworte und die traditionellen Andenkenbildchen. Das Festessen wurde im Freskenzimmer des Pfarrhofs, meist ein gebratener Truthahn („Bouga“), serviert. Anschließend legte der Ortspfarrer dem Bischof die Pfarrbücher vor.
Bei der Abfahrt des Bischofs läuteten wieder die Kirchenglocken. Die Firmpatin oder der Firmpate („Godl-Gäid“) begleiteten ihren Schützling den ganzen Tag. Die Firmungsuhr, ein Gebetbuch und die Ansteckschleife mit Medaillon waren viele Jahre die Geschenke der Paten.
Auch die Fahrt in den Prater war sehr beliebt. Die Pfingstfeiertage wurden mit einem musikalischen Hochamt und einer Vesper begangen. Am Nachmittag in der Vesper ließ der Mesner zur Erinnerung an biblische Ereignisse durch das „Heiligengeistloch“ (Öffnung im Gewölbe) eine geschnitzte Taube in den Kirchenraum herab.
Am späten Nachmittag lud der Förster in das Jagdhaus „Zum Wilden Jäger“ zu einer Tanzveranstaltung, die sehr gerne besucht wurde. Das letzte Mal veranstaltete der Förster Warschitz 1956 einen solchen geselligen Nachmittag.