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Leithaprodersdorf: Risse sogar in türkiser Hochburg
Landtagswahl-Analyse
Die ÖVP verliert in ihrer Hochburg 16,6 Prozent, die Stimmen gehen fast direkt zur FPÖ. Bürgermeister Martin Radatz hat dennoch auch ein lachendes Auge, verrät er im BVZ-Gespräch.
Bürgermeister Martin Radatz und sein Team hatte schon einmal mehr zu lachen, sein Ziel Nummer eins, das Brechen der Absoluten, sieht er dennoch erfüllt.
© zVg ÖVP Leithaprodersdorf, Josef Siffert
Während die ÖVP nach wie vor stärkste Kraft bleibt, muss sie erhebliche Einbußen hinnehmen. 41,83 Prozent der Stimmen (366 Stimmen) gehen an die Volkspartei von Bürgermeister Martin Radatz, ein ungewohnt Verlust von 16,59 Prozentpunkten im Vergleich zur Wahl 2020. Seine Gemeinde hat sich aber von der Hochburg zum gallischen Dorf entwickelt: Sie ist die letzte verbliebene Gemeinde im Bezirk Eisenstadt-Umgebung mit der ÖVP auf Platz eins, überall sonst ist die SPÖ stimmenstärkste Partei.
Die SPÖ verliert minimal, bleibt mit 25,49 Prozent (223 Stimmen) aber vor der FPÖ. Diese legt noch deutlich als im ohnehin starken Landestrend zu: 22,40 Prozent der Stimmen (196 Stimmen) sind ein Plus von 15,81. Die Grünen bleiben mit 6,74 Prozent der Stimmen die NEOS mit 3,09 Prozent leicht über dem Landesergebnis, die Liste „Hausverstand“ mit 0,46 Prozent darunter.
Auch die ohnehin traditionell hohe Wahlbeteiligung liegt mit 84,27 Prozent in Leithaprodersdorf über den Landesschnitt und den 82 Prozent der vergangenen Landtagswahl.
Radatz sieht Ziel Nummer eins erfüllt
Radatz sieht seine ÖVP im BVZ-Gespräch mit einem „blauen Auge davongekommen“: „Wir haben ein besseres Ergebnis erzielt, als uns die BVZ-Umfrage prognostiziert hat. Außerdem haben wir das Ziel Nummer eins erreicht: Die Absolute der SPÖ ist weg. Das ist für mich besonders wichtig, da ÖVP-Gemeinden bei der Vergabe von Landesgeldern deutlich benachteiligt wurden.“
Dazu komme, dass in Leithaprodersdorf lebende Eisenstädter FPÖ-Gemeinderat Bernhard Skaumal: „Er hat viele Vorzugsstimmen bekommen, das hat sicher zum Ergebnis beigetragen.“ Mit Abstand die meisten Vorzugsstimmen habe aber der Eisenstädter Bürgermeister Thomas Steiner bekommen, mehr noch als Christian Sagartz - was für Radatz auch einiges über die Wahl ihres Spitzenkandidaten sage: „Da hat Norbert Hofer offensichtlich mehr gezogen.“
Natürlich gehe es bei der Landespolitik immer auch ein bisschen um die Bundespolitik: „Da hat uns das Ganze natürlich nicht geholfen“, resümiert Radatz.
- SPÖ: 25,49 % (223 Stimmen, -0,37 %)
- ÖVP: 41,83 % (366 Stimmen, -16,59 %)
- FPÖ: 22,40 % (196 Stimmen, +15,81 %)
- GRÜNE: 6,74 % (59 Stimmen, -0,09 %)
- NEOS: 3,09 % (27 Stimmen, +1,99 %)
- HAUS: 0,46 % (4 Stimmen, +0,46 %)