Gerhard Gucher: In Pension - aber noch lange nicht „urlaubsreif“

59 Jahre nonstop im Job

Als Tourismus-Chef entdeckte er die 300 Sonnentage im Burgenland, als Direktor der VAMED Vitality World prägte er die Thermen. Nach 59 Jahren in der Berufswelt geht Gerhard Gucher in den Ruhestand, bleibt aber aktiv.

Von Wolfgang Millendorfer

Thermen als Zugpferd. Als Tourismusdirektor sorgte Gerhard Gucher zu Beginn der 2000er-Jahre für Aufschwung, als Direktor der VAMED Vitality World für Vernetzung und nachhaltige Initiativen. Jetzt tritt er den wohlverdienten Ruhestand an.

Thermen als Zugpferd. Als Tourismusdirektor sorgte Gerhard Gucher zu Beginn der 2000er-Jahre für Aufschwung, als Direktor der VAMED Vitality World für Vernetzung und nachhaltige Initiativen. Jetzt tritt er den wohlverdienten Ruhestand an.

© VAMED Vitality World

Im Alter von 73 Jahren darf man auch daran denken, es langsam ein wenig ruhiger angehen zu lassen, auch wenn man Gerhard Gucher heißt und mit dem liebevoll-schwungvollen Slogan „Gemma, gemma Gucher!“ bekannt geworden ist. Seine Energie wird der gebürtige Kärntner aber weiterhin seiner großen Leidenschaft schenken – dem Tourismus, für den er im Burgenland nach wie vor, und seit 2020 als Aufsichtsratsvorsitzender, brennt.

Von 1998 bis 2010 war Gerhard Gucher Tourismusdirektor des Landes, und als solcher machte er seinem Slogan alle Ehre. Apropos Slogan: Er erfand und prägte auch das Burgenland als „die Sonnenseite Österreichs“. Dass dabei noch die 300 Sonnentage im Jahr unterstrichen wurden, war ein weiterer starker Schachzug. Der heimische Tourismus startete im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends damit neu durch.

Gemessen am prozentuellen Zuwachs erreichte das Burgenland damals Platz zwei im Bundesländer-Ranking. Vom heutigen Tourismus-Geschäftsführer Didi Tunkel nahm Gerhard Gucher im Vorjahr deshalb den Ehrenpreis für sein Lebenswerk entgegen. Das Beste daran: Die Reise im Tourismus geht weiter.

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Gerhard Gucher: In Pension - aber noch lange nicht „urlaubsreif“
Tourismusgala 2023. Der heutige Geschäftsführer Didi Tunkel überraschte Gerhard Gucher auf der Bühne mit einer Riesen-Schaumrolle ...

© Andreas Lepsi/Burgenland Tourismus, © Andreas Lepsi / Vienna, Austria

Gerhard Gucher: In Pension - aber noch lange nicht „urlaubsreif“
... und für das touristische Lebenswerk gab es den Ehrenpreis.

© Andreas Lepsi/Burgenland Tourismus, © Andreas Lepsi / Vienna, Austria

Mit den Thermen auf Erfolgskurs

Seit den 2000er-Jahren ist Guchers Weg eng mit den Thermen verbunden. Nach dem Erfolg als Tourismus-Chef im Land setzte er die Innovationen als Direktor der VAMED Vitality World fort. In einem Alter, in dem andere längst in Pension sind, baute Gucher die Themenführerschaft im Wellnesbereich aus und machte mit der VAMED unter anderem durch Tourismuspreise oder spannende Kooperationen – wie jener mit Swarovski – Schlagzeilen der positiven Art.

Mit der Vorstellung des „Relax! Tagesurlaubes“ gelang die Einführung der ersten „Thermen-Businessclass“ Österreichs. Nicht zuletzt gründete Gerhard Gucher auch die Initiative Therme Plus, mit der sich die 37 wichtigsten Häuser Österreichs zur Interessensvertretung zusammengeschlossen haben. Und das ist nur ein Ausschnitt aus der Job-Bilanz des vielschichtigen Marketing-Tausendsassas, der im Burgenland auch heute noch bei zahlreichen Events anzutreffen ist.

Blick zurück: Gucher mittendrin im Geschehen

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Großer Auftritt für das Burgenland. Im Tourismus ging Gerhard Gucher neue Wege.

© Burgenland Tourismus

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Prominente Unterstützer für den Tourismus in den frühen 2000er-Jahren.

© Burgenland Tourismus

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ÖFB-Partnerschaft. Bei der Verlängerung der Burgenland-Kooperation mit der Österreichischen Fußball-Nationalmannschaft.

© Burgenland Tourismus

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Landespolitik und Tourismus Hand in Hand. Neue Kampagnen brachten neue Gäste.

© Landesmedienservice

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Empfang auf Schloss Esterházy. Gerhard Gucher ist immer wieder auf Events im Burgenland anzutreffen.

© Gregor Hafner

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Netzwerker. Gucher und der heutige VAMEDim Gespräch mit dem früheren Landeshauptmann

© Landesmedienservice

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Promi-Treff

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Innovationen und Preise. Für Aktionen wie den "Relax! Tagesurlaub" und vieles mehr holte die VAMED Vitality World immer wieder hohe Auszeichnungen. Im Bild: Gerhard Gucher mit

© Vamed, Andreas-Hofer-Photography.at

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Teamwork. Bei der Tourismusgala im Vorjahr gab's ein Wiedersehen mit Kolleginnen und Kollegen.

© Andreas Lepsi/Burgenland Tourismus, © Andreas Lepsi / Vienna, Austria

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Auftritt fürs Burgenland. Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf, Tourismus-Geschäftsführer Didi Tunkel, Moderatorin Elisabeth Gamauf-Leitner und Gerhard Gucher (v.l.) bei der Gala 2023.

© Burgenland Tourismus

Gestartet hat Gucher seine Karriere bei den Österreichischen Bundesbahnen, wo er 15 Jahre lang tätig war und unter anderem den „Ö3-Express“ mit sämtlichen Austropop-Größen ins Leben rief oder die Wiener Albertina mit dem berühmten Dürer-Hasen auf Reisen schickte. Bei der Österreich Werbung war Gucher dann auch federführend für die Märkte in Deutschland und in der Schweiz zuständig, bevor ihn der Weg ins Burgenland führte.

Nach 59 Jahren nonstop im Job blickt Gerhard Gucher auf einen Weg zurück, der mit Vierteltelefon und Schreibmaschine begann und bis zur Vitality-Club-App immer in Bewegung blieb, wie er zur Pensionierung schmunzelnd anmerkt. Vor allem aber dankt er all den Wegbegleitern und Partnern, betont Gucher zum Abschied, der noch lange kein endgültiger ist.

Seine Funktion als Chef des Marktführers im heimischen Wellness- und Gesundheitstourismus übergibt er dieser Tage an keinen Unbekannten: Mit Klaus Hofmann wird ein arrivierter Tourismusmanager aus den eigenen Reihen der VAMED Vitality World die Schlüsselposition übernehmen. Hofmann bleibt auch weiterhin Geschäftsführer der St. Martins Therme & Lodge in Frauenkirchen und hat bereits konkrete Vorstellungen, wie er das Vermächtnis seines Vorgängers fortführen will.

Gerhard Gucher: In Pension - aber noch lange nicht „urlaubsreif“

© Rudy Dellinger