Von deutscher Wiedervereinigung über Bruno Kreisky bis zur „Blutgräfin“: Das Sauerampferkino in Bad Sauerbrunn bietet auch in der Herbstsaison qualitativ anspruchsvolles europäisches Kino.
Kinovergnügen im Kurort
Abseits des Mainstreams
Der Bad Sauerbrunner Kultuverein Sauerampfer besteht seit mittlerweile 32 Jahren, bekannt in der Ortschaft ist er vor allem durch sein Film-Angebtot. Im Veranstaltungszentrum „Quelle“ werden qualitativ hochwertige Filme, die abseits des Mainstreams angesiedelt, dargeboten. Am Freitag dieser Woche startet die nächste „Tranche“ an Filmen.
„Der Fuchs“ wird am Freitag, den 14. März aufgeführt.
© Film-AG/Alamode-Film
Das Sauerampferkino startet am Freitag, den 7. März (20 Uhr) mit„Alma & Oskar“. Hier wird die Geschichte der Liebesaffäre von Alma Mahler, der Witwe des berühmten Komponisten Gustav Mahler und dem bildenden Künstler Oskar Kokoschka erzählt. Die ebenso intensive wie kurze Liebesbeziehung der eben verwitweten Alma mit dem um sieben Jahre jüngeren expressionistischen Maler ist voll wilder Leidenschaft sowie impulsiver Wucht und beginnt die Existenz der beiden zu bedrohen.
Am 14. März folgt mit „Der Fuchs“ die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft.
Es ist die wahre Geschichte von Franz Streitberger, dem Urgroßvater des Regisseurs Adrian Goiginger, der Motorradkurier des Österreichischen Bundesheeres war und mit dem Anschluss in die Wehrmacht eingegliedert wird. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs trifft der introvertierte junge Soldat auf einen verwundeten Fuchswelpen, den er versorgt wie sein eigenes Kind und mit in das besetzte Frankreich nimmt. Durch diese sonderbare
Freundschaft mit dem Tier holt ihn seine eigene Vergangenheit als verstoßener Bauernsohn langsam ein, vor der er stets davongelaufen ist.
Der Kinofilm "Maria Montessori"am 21. März bringt eine faszinierende Darstellung des Lebens und des bahnbrechenden Werks dieser weltberühmten Pädagogin. Der Film zeigt nur einen kurzen Ausschnitt aus ihrem Leben, bietet aber trotzdem einen umfassenden Einblick in die wichtigsten Aspekte der Montessori-Pädagogik und beleuchtet, wie Maria Montessori gegen alle Widerstände ihrer Zeit für ihre Überzeugungen eingetreten ist und einen Bildungsansatz entwickelt hat, der bis heute weltweit Anwendung findet. Ein eindrückliches Zeitgemälde einer großen Frau, die Pädagogik, Emanzipation und vor allem Menschlichkeit nach vorne getrieben hat und die Bildungslandschaft bis heute prägt.
In ihrem Spielfilmdebüt „Mermaids Don’t Cry“, das am 28. März zu sehen ist, schlägt die österreichische Regisseurin Franziska Pflaum einen betont heiteren Tonfall an und erzählt leichtfüßig die Geschichte einer unerfüllten Sehnsucht im Wiener Arbeiterinnenmilieu. Alle versuchen irgendwie zu überleben, auch auf Kosten anderer. Annika ist die Letzte in der Kette, die anderen haben einen aggressiveren Egoismus um sich durchzusetzen. Sie muss erst lernen, auf eine gesunde Art egoistisch zu sein und die Grenzen der Gutmütigkeit aufzuzeigen. Abtauchen, um der Welt zu entfliehen: Ruhe findet Annika nur, wenn sie sich im Schwimmbad ein Meerjungfrauen-Outfit verpasst, untertaucht und sich der Ruhe hingibt.
Am 4. April beschäftigt sich der österreichische Dokumentarfilm „Mind the Gap“, mit den Schattenseiten unseres Wirtschaftssystems und den daraus resultierenden Verwerfungen innerhalb von Gesellschaft und Demokratie. Regisseur führt das Publikum quer durch Europa und zeigt dabei die Problemfelder des freien Verkehrs von Personen, Waren und Dienstleistungen auf. Schabus begibt sich dabei direkt zu den betroffenen Menschen vor Ort und bietet ihnen die Möglichkeit, ihre Gedanken frei zu äußern. Das Gefühl von der Politik im Stich gelassen worden zu sein zieht sich dabei wie ein roter Faden durch die Gespräche und so wird mit Fortdauer des Films zunehmend klarer, dass sich hier neben der ökonomischen auch eine demokratische Krise manifestiert, die gegenwärtig durch den Aufschwung von populistischen Parteien in vielen Ländern Europas zu Tage tritt. Neben diesen direkt betroffenen Personen kommen auch Journalisten, Ökonomen und Politologen zu Wort, die wiederum das Gehörte in einen erweiterten Kontext setzen und durch ihre Analyse ergänzen. Damit ist der Dokumentarfilm nicht nur ein Warnruf in Sachen Demokratie, sondern auch eine Übung in Demokratieverständnis und Toleranz.
Jeweils um 20.00 Uhr im Veranstaltungssaal der Quelle Bad Sauerbrunn,
Schulstraße 14
Mindestbeitrag: € 5,-
Karten für das Kino gibt es an der Abendkassa ab 19:00 Uhr. Karten können vorab unter info@sauerampfer.at reserviert werden. In diesem Fall bitten die Veransalter, die Karten bis spätestens 19:45 Uhr abzuholen.
Fr 7.3.2025, 20.00 Uhr ”Alma & Oskar”
Fr 14.3.2025, 20.00 Uhr “Der Fuchs”
Fr 21.3.2025, 20.00 Uhr “Maria Montessori”
Fr 28.3.2025, 20.00 Uhr “Mermaids don´t cry”
Fr 4.4.2025, 20.00 Uhr Doku: „Mind the Gap“