Speicherstrategie des Landes setzt bis 2030 auf einen Mix

Flächendeckender Plan

300 Megawattstunden an Speicherkapazität braucht das Burgenland, um das Ziel der „echten Unabhängigkeit“ bis zum Jahr 2030 erreichen zu können. Die Strategie, die Landeshauptmann Doskozil und Burgenland-Energie-Chef Sharma jetzt dazu präsentierten, geht nicht allein vom organischen Speicher als „Weltneuheit“ aus, sondern setzt auch auf Lithium-Ionen-Speicher und Wasserstoff.

Von Wolfgang Millendorfer

Auch Speicher für zuhause sind möglich. Burgenland-Energie-Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma und Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (v.l.) mit dem Modell "SpeicherSissi".

Auch Speicher für zuhause sind möglich. Burgenland-Energie-Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma und Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (v.l.) mit dem Modell "SpeicherSissi".

© Wolfgang Millendorfer

„Echte Unabhängigkeit wird es erst geben, wenn wir den Strom aus Wind- und Sonnenkraft dann einsetzen können, wenn gerade kein Wind weht und die Sonne nicht scheint.“ Mit diesem Satz bringt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil die Kernfrage auf den Punkt, die nicht nur das Land seit geraumer Zeit beschäftigt. Antworten soll die „Speicherstrategie 2030“ liefern, die mit der Burgenland Energie erarbeitet wurde.

Speicherstrategie des Landes setzt bis 2030 auf einen Mix

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Die rechnerische Strom-Unabhängigkeit, die in der Vergangenheit oft betont wurde, sei nur der halbe Weg, meint Energie-Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma. „An einem durchschnittlichen Tag sind wir im Burgenland heute rund zehn Stunden unterdeckt. Das heißt, in dieser Zeit verbrauchen wir mehr Strom, als wir erzeugen“, rechnete Sharma bei der Präsentation der Strategie vor.

Diese Lücke wolle man schließen und dabei auf mehrere Faktoren achten, die sämtliche Bereiche abdecken sollen: Haushalte, Unternehmen, Gemeinden, Erzeugung und Stromnetz. Bislang habe die Burgenland Energie mehr als 100 Speicher in burgenländischen Unternehmen und Haushalten errichtet; um den Bedarf zu decken, soll bis zum Jahr 2030 massiv ausgebaut werden.

Speicherstrategie des Landes setzt bis 2030 auf einen Mix

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Organischer Speicher bis 2025 am Markt

Die 300 Megawattstunden Wind- und Sonnenstrom, die im Burgenland erzeugt werden, wolle man auch für die eigene Nutzung behalten. Deshalb sollen im Nord- und Mittelburgenland Speicherkapazitäten von 130 Megawattstunden und im Süden 40 Megawattstunden installiert werden. Die Kosten schätzt Sharma auf eine Größenordnung von 200 Millionen Euro. Das Ziel bleibt: „Wir wollen bis 2030 die erste klimaneutrale Region der Welt sein.“

Der organische Stromspeicher, der in diesem Zusammenhang mehr als interessant ist und im Sommer in Schattendorf installiert wurde, befindet sich nach wie vor im Testbetrieb. Wann er als „Game Changer“ in der Speichertechnologie zu tragen kommt, ist noch nicht klar. Bis 2025 soll das Konzept des deutschen Unternehmens „CMBlu“ für den Markt startklar sein, heißt es.

Speicherstrategie des Landes setzt bis 2030 auf einen Mix

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Rückt das Burgenland mit den in der „Strategie 2030“ präsentierten Schritten vom ursprünglichen Plan des organischen Speichers ab? Sharma wiederholte zu dieser Frage, dass man „immer betont“ habe, dass es sich beim „CMBlu“-Speicher um eine „weltweite Innovation“ handle, und man wolle „alles daran setzen, dass diese auch markttauglich wird“. Im Großspeicher-Bereich werde man vorerst wohl dennoch eine Kombination an organischem Speicher, Lithium-Ionenspeicher und Wasserstoff brauchen.

Damit all diese Entwicklungen am Ende auch in den Haushalten ankommen, wolle man „die Bevölkerung nicht bevormunden, sondern davon überzeugen, dass diese Technologie für alle wesentliche Verbesserungen bringt“, sagt der Landeshauptmann. Nicht zuletzt müssten aber auf Bundesebene „die Rahmenbedingungen für den Ausbau von Heim- und Großspeichern geschaffen werden“, fordert Doskozil.