Wein Burgenland: Siess übergibt an Oschep

Neuer Obmann

Am Freitag präsentierte Wein Burgenland den neuen Vorstand. An der Spitze gibt es einen Wechsel: Weintourismus-Chef und Doskozil-Büroleiter Herbert Oschep übernimmt von Matthias Siess, der wiederum mit dem Ehrenobmann gewürdigt wird.

Von Von Peter Wagentristl

Der dreifache Wein-Geschäftsführer Christian Zechmeister, Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld, Wirtschaftslandesrat Leonhard Schneemann, Wein Burgenland-Obmann in spe Herbert Oschep und sein Vorgänger, der neue Wein Burgenland-Ehrenobmann Matthias Siess.

Der dreifache Wein-Geschäftsführer Christian Zechmeister, Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld, Wirtschaftslandesrat Leonhard Schneemann, Wein Burgenland-Obmann in spe Herbert Oschep und sein Vorgänger, der neue Wein Burgenland-Ehrenobmann Matthias Siess.

© BVZ/, Peter Wagentristl

Die burgenländische Weinmarketing-Organisation Wein Burgenland gilt als das höchste Gremium des flüssigen Kulturgutes im Burgenland. Von hoher Bedeutung sind daher auch die Vorstandsfunktionen, die nun neu vergeben um mit zahlreichen Spitzenwinzern besetzt wurden. Den wichtigsten Wechsel gab es aber an der Spitze: Herbert Oschep übernahm die Obmannschaft von Matthias Siess. Dieser darf sich nun Ehrenobmann nennen.

Wein Burgenland: Siess übergibt an Oschep

© BVZ/, Peter Wagentristl

Präsentiert wurde die neue Führung am Freitag bei einer Pressekonferenz im Donnerskirchener Martinsschlössl. Mit dabei waren auch Christian Zechmeister, Geschäftsführer von Wein Burgenland, Weintourismus Burgenland und Regionalem Weinkomitee in Personalunion, Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld und Wirtschaftslandesrat Leonhard Schneemann.

Letzterer unterstrich die Bedeutung der Weinwirtschaft für das Burgenland - diese ist im Land der Sonne neben den Nächtigungen im Tourismus der zweitwichtigste Faktor für die Wirtschaftsleistung und auch am Arbeitsmarkt direkt oder indirekt für 17 Prozent der Arbeitsplätze im Burgenland verantwortlich.

Die Synergien von Weinwirtschaft und Tourismus bescheinigen zahlreiche Studien, wie Schneemann betont. Nur folgerichtig sei daher die Implementierung des Weintourismus Burgenland gewesen. „Alleine das Martiniloben bringt jährlich 16.000 Nächtigungen für das Burgenland, unterstreicht der Wirtschaftslandesrat.

Experte, aber auch mit Blick von außen

Dass nun nach „gestandenen Weinproduzenten“ wie Matthias Siess, der nach 13 Jahren als Obmann nun abdankt, erstmals ein „quasi Außenstehender, noch dazu eigentlich ein Salzburger“, an der Spitze der wichtigsten Weinorganisation des Landes steht, sei ein mutiger Schritt, weiß auch Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld: „Aber Herbert Oschep hat die selbe Leidenschaft für den Wein wie sein Vorgänger. Als absoluter Experte für die Umsetzung von Strukturprozessen ist er aber genau der Richtige und hat daher auch einstimmig die Zustimmung des Vorstands bekommen.“

Es ist durchaus ein emotionaler Tag und für Herbert Oschep eine große Verantwortung. Er wird dieser mit Sicherheit gerecht werden und wichtige Impulse für die burgenländische Weinwirtschaft setzen. Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld.

Ganz fachfremd ist Oschep als Obmann des Weintourismus Burgenland nicht, zudem bewirtschaftet er seit einigen Jahren einen eigenen Weingarten und „hat somit schon erste Erfahrungen in der Produktion gemacht“, betont Liegenfeld. Mit dem neuen Obmann verbinde ihn schon lange eine „vinophile Freundschaft“. Nicht nur er, alle vier Player bei Wein Burgenland - Landwirtschaftskammer, Wirtschaftskammer, Land und das Regionale Weinkomitee - würden geschlossen hinter ihm stehen, so der Weinbaupräsident.

Mit starker Marke durch schwierige Zeiten

Oschep selbst sei sich der Verantwortung bewusst, gerade in schwierigen Zeiten: „Die Rahmenbedingungen für die Weinwirtschaft sind schwieriger geworden. Vor allem die Preissituation macht den Winzern zu schaffen.“ Die tägliche harte Arbeit werde beim Preis oft nicht gewürdigt.

Wein Burgenland: Siess übergibt an Oschep

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Der neue Obmann geht durchaus mit klaren Zielen und Vorstellung ins Amt: „Über die Quantität werden wir es nicht schaffen, uns im internationalen Wettbewerb zu behaupten. Aber das Burgenland ist eine starke Marke und das Preis-Leistungs-Verhältnis unserer Weine ist herausragend“, weiß er um Stärken und Schwächen der heimischen Weinwirtschaft.

Gemeinsam statt elitär

Während in Niederösterreich der Weg der Lagenklassifizierungen gegangen wird, werde das Burgenland einen anderen Weg einschlagen. „Wir machen das Gegenteil. Wir halten nichts von diesem elitären Zugang, das wollen wir nicht und dabei bleiben wir auch“, richtet Oschep mit Blick Richtung Kamp- und Kremstal aus.

Auf nationaler Eben trübe die Dissonanz aber keineswegs die Zusammenarbeit mit den Kollegen in Niederösterreich - wo laut Oschep auch viele lieber den burgenländischen Weg gehen würden - und der Steiermark. „Beim Österreichischen Weinmarketing (ÖWM) ziehen alle an einem Strang“, vor allem mit Blick auf die internationalen Märkte.

Sein Gegenkonzept: Das Burgenland als Dachmarke. „Egal ob es der größte Betrieb ist oder der kleine Nebenerwerbs-Winzer“, das Burgenland verbinde alle heimischen Winzer. Das soll künftig auch über eine eigene DAC-Region geschehen. Ob diese dann die bestehenden DAC-Klassifizierungen von Leitha- bis Eisenberg, ersetzt oder in einer anderen Form eingeführt wird, sei derzeit noch in Verhandlung.

Alle Beteiligten bedankten sich abschließend beim scheidenden Obmann Matthias Siess. Der Oggauer Winzer darf sich nach 13 Jahren als Obmann nun Ehrenobmann nennen. Auf den Wechsel wurde freilich auch noch angestoßen.

Bordeux war gestern. Burgenland ist heute. Herbert Oschep, Obmann Wein Burgenland.

Der gesamte Vorstand der Wein Burgenland:

  • Obmann Herbert Oschep
  • Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld
  • LK-Direktor Martin Burjan
  • Georg Prieler
  • Christoph Salzl
  • Alexander Fischer
  • Albert Gesellmann
  • Georg Menitz
Wein Burgenland: Siess übergibt an Oschep

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