Dürre & Hitze: Deutliche Einbußen beim Getreide im Burgenland erwartet

Schwächelnder Ackerbau

Mit einem Ernteplus ist heuer nicht zu rechnen. Extrem lange Trockenphasen im Winter und Frühjahr sowie eine Hitzewelle im Juni lassen die Ertragserwartungen in ganz Österreich schrumpfen. Besonders hart trifft es den Osten des Landes.

Von Dieter Dank

Blick auf die heurige Ernte. Landwirtschaftskammer Burgenland-Präsident Nikolaus Berlakovich, Winzerin und Präsidentin des Verbandes Blaufränkisch Mittelburgenland Lisa Kölly-Pfneisl und Präsident der österreichischen Landwirtschaftskammer Josef Moosbrugger (v.l.) begutachteten beim Ernte-Pressegespräch in Deutschkreutz die von Trockenheit gezeichneten Getreidebestände.

Blick auf die heurige Ernte. Landwirtschaftskammer Burgenland-Präsident Nikolaus Berlakovich, Winzerin und Präsidentin des Verbandes Blaufränkisch Mittelburgenland Lisa Kölly-Pfneisl und Präsident der österreichischen Landwirtschaftskammer Josef Moosbrugger (v.l.) begutachteten beim Ernte-Pressegespräch in Deutschkreutz die von Trockenheit gezeichneten Getreidebestände.

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Trockenheit, Hitze und Dürre prägen die Ackerbau-Saison 2025/26. Bundesweit wird mit lediglich 2,7 Millionen Tonnen ein Minus von 15 Prozent beim Getreide (ohne Mais) im Vergleich zum Vorjahr erwartet. „Klar ist, dass die Einbußen im Osten erheblich stärker ausfallen als im Westen“, gab LK Österreich-Präsident Josef Moosbrugger bei einem Pressegespräch im mittelburgenländischen Deutschkreutz zu bedenken. Die Getreideanbaufläche fiel auf ein historisches Tief von unter einer halben Million Hektar. Neben dem Klima belasten die EU-Politik mit Kürzungsplänen, die auseinanderklaffende Preis-Kosten-Schere und der kontinuierliche Wegfall von Pflanzenschutz-Wirkstoffen die Betriebe.

Nach extrem trockenen Winter- und Frühjahrsmonaten setzte die Juni-Hitze den Kulturen genau in der kritischen Kornfüllungsphase zu. „Bei dieser Ernte erwarten wir extreme regionale Unterschiede bei Qualität und Ertrag“, berichtete Moosbrugger. Vor allem auf sandigen Böden ging das Wasser früh aus. „Dort sind sehr dünne Getreidebestände festzustellen. Zudem führt die Trockenheit dazu, dass die Körner teilweise zu sogenannten Schmachtkörnern werden“, erklärte LK Burgenland-Präsident Nikolaus Berlakovich. Bei Winterweizen wird mit einem Minus von durchschnittlich 20 Prozent pro Hektar gerechnet, im Burgenland liegen die Schätzungen noch weiter darunter.

Zu den Wetterextremen gesellt sich ein weiteres massives Problem durch die Erderwärmung: „Insbesondere wärmeliebende Arten breiten sich infolge des Klimawandels zunehmend aus und verursachen erhebliche Schäden – auch durch übertragene Krankheiten. Jährlich nimmt dieser Druck weiter zu“, so Berlakovich, der dringend echte Verbesserungen fordert.

Die wirtschaftlich schwierige Lage zwang viele Betriebe zum Umdenken bei der Kulturpflanzen-Auswahl. Während Sonnenblumen (+19,7 %) und Roggen (+10,1 %) deutlich ausgeweitet wurden, brachen die Flächen bei Erdäpfeln (-18,5 %; bei Stärkeerdäpfeln sogar -50,5 %) und Körnererbsen (-21,2 %) massiv ein. Grund dafür ist, dass die Erzeugerpreise seit 2025 auf niedrigem Niveau stagnieren, während die Kosten für Dünger, Energie und Treibstoffe hoch bleiben. „Maßnahmen wie der Agrardiesel für 2026 und 2027 sind unverzichtbar, federn aber nur einen Teil ab. Die historisch niedrige Getreidefläche sollte allen zu denken geben“, warnte Moosbrugger.

Die Standesvertreter nehmen angesichts der Krise die Europäische Union in die Pflicht. Moosbrugger kritisierte die international höchsten Düngemittelpreise in Europa und forderte Entlastungen sowie wirksame Importkontrollen bei Agrarerzeugnissen für mehr Wettbewerbsfairness. Berlakovich pocht zudem auf eine starke, finanziell ausreichend ausgestattete „Gemeinsame Agrarpolitik (GAP“ inklusive Inflationsanpassung und spürbare Entbürokratisierung. Auch beim Pflanzenschutz fordert er eine Kehrtwende: „Infolge des massiven Verlusts an Wirkstoffen muss endlich das Ruder herumgerissen werden – in Richtung Innovationen und Versorgungssicherheit.“