Parndorf: Diebe hatten es auf Hyundai-Modelle abgesehen

Elektronik ausgetrickst

Vier Autos der Marke Hyundai Tucson stahl eine Diebsbande aus Rumänien. Eines der Autos wurde in Parndorf entwendet.

Von Elisabeth Kirchmeir

Die beiden Rumänen gaben zu, an den Autodiebstählen mitgewirkt zu haben.

Die beiden Rumänen gaben zu, an den Autodiebstählen mitgewirkt zu haben.

© BVZ/Kirchmeir

Dieser Diebstahl hatte sich im Juli 2024 ereignet. Weitere Fahrzeuge der Marke Hyundai Tucson wurden im Vorjahr in der Schweiz, in Deutschland und in Wien gestohlen. Am 13. September 2024 versuchten die Täter neuerlich in Wien einen Hyundai zu stehlen.

In der Zwischenzeit war den Autodieben aber die Kriminalpolizei auf den Fersen. Sie wurden auf frischer Tat erwischt und verhaftet.

Am Donnerstag, 20. Februar 2025, mussten sich der 34-jährige rumänische Staatsbürger und sein 30-jähriger Komplize am Landesgericht Eisenstadt verantworten.

Der 34-Jährige hatte den Auftraggeber der Autodiebstähle in Deutschland kennengelernt. Dieser schulte den 34-Jährigen auf die Verwendung eines sogenannten Key Emulators ein. Mit diesem Gerät können Fahrzeuge ohne Verwendung des Originalschlüssels geöffnet und in Betrieb genommen werden.

Der 34-Jährige gab vor Gericht zu, die Autos gestohlen zu haben. Er habe die gestohlenen Fahrzeuge dem Auftraggeber übergeben und pro Auto 500 Euro erhalten.

Sein Komplize hatte die Aufgabe, den 34-Jährigen zu den Tatorten zu chauffieren. „Ich wusste, dass es um den Diebstahl von Fahrzeugen ging“, gab der 30-Jährige zu. Er habe für seinen Tatbeitrag insgesamt 400 Euro bekommen.

Die Polizei konnte das Entschlüsselungsgerät, mit dem die Täter die gestohlenen Autos öffneten und starteten, sicherstellen. Das Gerät habe einen Wert von 20.000 Euro, man könne es legal im Internet kaufen und die Diebe seien damit in der Lage, Autos beliebig oft zu öffnen, zu starten und abzustellen.

„Es ist nicht verboten, das Gerät zu kaufen, aber es ist verboten, es zu verwenden“, erklärte ein Vertreter des Landeskriminalamtes Burgenland.

Die beiden Rumänen wurden wegen gewerbsmäßig schweren Diebstahls durch Einbruch im Rahmen einer kriminellen Vereinigung schuldig gesprochen und jeweils zu zwei Jahren Haft verurteilt, davon sind 16 Monate bedingt.

An einen Autobesitzer müssen sie 2.200 Euro Schadenersatz bezahlen. Der Wiener hat zwar sein Auto zurückbekommen, allerdings musste er den Abschleppdienst beauftragen, der das Auto aus Ungarn holte, einen neuen Schlüssel kaufen und überdies hatte sich Mobiliar im Auto befunden, das er nicht mehr zurückbekommen habe, so das Opfer des Diebstahls. Der Wiener gab vor Gericht an, er habe sich zum Zeitpunkt des Diebstahls im Umzug befunden und Möbelstücke im Auto deponiert gehabt.

Die Angeklagten akzeptierten das Urteil. Da sie bereits zwei Drittel der Haftstrafe verbüßt hatten, wurden sie am Freitag, dem 23. Februar aus der Justizanstalt Eisenstadt entlassen. Auch die Staatsanwältin gab einen Rechtsmittelverzicht ab