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Überraschend lange Tradition: Theaterspielen in St. Georgen
Dorfblick St. Georgen
Das Theaterspielen weist in St. Georgen eine lange Tradition auf. Bereits aus dem 18. Jhdt. gibt es erhaltene Texte, die auf Hirtenspiele hinweisen.
Die Aufführung des Theaterstücks „ Das Försterkind“ im Jahr 1946.
© St. Georgen: Geschichte und Geschichten
Die ältesten Theatertexte des Ortes beinhalten Christi Geburtsspiele zwischen 1754 und 1807, aus dem Textbuch von Josef Schmidt, erster namentlich genannter Schauspieler 1754, heute Haus Josef Rauchbauer Kirchenplatz 1.
Nach 1920 führte die katholische Jugend zu Weihnachten ernste Stücke und zu Ostern Passionsspiele auf. Die Aufführung von lustigen Bauernschwenken sollte die Menschen aufheitern und von ihren Alltagssorgen ablenken, z.B. „Die Junggesellensteuer“ im Jahr 1926. Bis in die Zwischenkriegszeit veranstaltete die Jugend während der Weihnachtsfeiertage im Saal des damaligen Gasthauses Erdt Theateraufführungen. Direktor Fersli und Oberlehrer Tschank studierten die Stücke ein. Aber der Platz im Gasthaus wurde bald zu klein, darum wechselten sie noch während des Krieges in die alte Volksschule am Graben.
Nach dem 2. Weltkrieg setzte die Jugend mit viel Einsatz und Freude die Tradition des Theaterspielens fort. Die Schule wurde ausgeräumt und eine Bühne aufgestellt. Johann Hahnekamp erinnert sich: „Wir waren voller Bewunderung für die Theaterspieler. Sie konnten nur durch das Fenster der Schule in den Saal gelangen, weil so viele Zuschauer in und vor der Schule saßen und standen. Das ganze Dorf wollte an den Aufführungen teilnehmen.“
Während der Besatzungszeit mussten die Texte der russischen Kommandantur (im Gebäude der Nationalbank, Schlossplatz) zur Genehmigung vorgelegt werden. Stücke, in denen geschossen wurde, erhielten keine Freigabe.
Josef Höld erzählte: „Wir legten daher manchmal andere Texte vor, um die von uns ausgewählten aufführen zu können. Weihnachten 1946 spielten wir „Das Försterkind“. Dabei gab es eine Szene in der ich angeschossen wurde und verletzt zu Boden sank. Im Zuschauerraum saß Josef Lichtscheidl (Querstraße), er hatte im Krieg ein Bein verloren und konnte nur mit zwei Krücken gehen. Er sprang auf und schrie: „Das halte ich nicht aus, das ist ja fürchterlich…“, so sehr erinnerte ihn das Dargestellte an sein schreckliches Kriegserlebnis.“
Ermutigt durch die Erfolge wagten sich die Burschen und Mädchen auch an Operettenaufführungen heran. Dabei erhielten sie Unterstützung von den hiesigen Lehrern und Musikern. Bis ins Jahr 2000 gab es immer Theateraufführungen im Dorf.
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