Mehrheit kauft laut Eigenangaben Brot beim Bäcker - aber stimmt das?

BVZ-Umfrage

Im Burgenland hat die Bäckerei scheinbar noch Tradition, so zumindest das Ergebnis unserer BVZ-Umfrage zum Welttag des Brotes. Im Gegensatz zum Brot vom Bäcker ist das Ergebnis aber mit Vorsicht zu genießen. Von Bäckereien, Supermärkten und sozialer Erwünschtheit.

Von Peter Wagentristl

Ohne Brot geht's nicht - zumindest für die allermeisten Menschen in Österreich.

Ohne Brot geht's nicht - zumindest für die allermeisten Menschen in Österreich.

© Shutterstock, Medvedeva Oxana

Zum Welttag des Brotes vergangene Woche wollte die BVZ von ihren Online-Lesern wissen, wo sie ihr Brot und Gebäck kaufen.

Und siehe da: das Ergebnis scheint klar für das Bäcker-Handwerk zu sprechen. Ziemlich genau ein Drittel (66 Prozent) der 429 Teilnehmer an der BVZ-Umfrage gaben an, ihr Brot beim Bäcker zu kaufen. Demgegenüber stehen nur 23,8 Prozent, die dem Supermarkt den Vorzug geben. Fast zehn Prozent backen ausschließlich selbst, nur drei Teilnehmer essen gar kein Brot und Gebäck.

Mehrheit kauft laut Eigenangaben Brot beim Bäcker - aber stimmt das?

© BVZ/Strawpoll

Im Gegensatz zum Brot vom Bäcker ist das Ergebnis aber mit Vorsicht zu genießen. Die Vereinigung der Backbranche ließ vom Marktforschungsinstitut GfK erheben, wie der Laib Brot zu den Kunden kommt: 84,9 Prozent des Brot und Gebäcks werden demnach im Supermarkt verkauft, nur 10,7 in Bäckereien. Der Rest (4,4 Prozent) des statistischen Laibes teilen sich dann Tankstellen und Bauernmärkte.

Ob diese eklatante Differenz zum Ergebnis der BVZ-Umfrage auf „soziale Erwünschtheit“ zurückzuführen oder das Burgenland einfach ein bisschen anders ist, lässt sich freilich nicht mit Gewissheit sagen.

Der Schluss liegt jedenfalls nahe, dass hier die BVZ-Leserschaft so abgestimmt hat, wie sie es für richtig hält - und nicht so, wie es den Tatsachen entspricht. „Sozial erwünscht“ ist es jedenfalls, Brot und Gebäck beim Bäcker im Ort zu kaufen, statt bei der Backbox ihrer Großkonzern-Konkurrenz am Ortsrand. Daher neigen Umfragenteilnehmer auch dazu, lieber ihr virtuelles Kreuzerl bei der Bäckerei zu machen. Die nackten Verkaufszahlen sprechen jedoch eine ganz andere Sprache.