Veggie-Bezeichnung verbieten? Spitzmüller sieht „absurde Diskussion“

EU-Debatte

Die Europäische Union denkt wieder laut darüber nach, Begriffe wie „Veggie-Burger“ oder „Soja-Würstel“ zu verbieten, speziell, wenn ihr Name etwa auch auf „Chicken“ oder „Beef“ verweist. Eine absurde Rand-Debatte, meint Grünen-Klubobmann Wolfgang Spitzmüller; er sieht aber auch ein negatives Potenzial zur Verunsicherung. Eine politische Ebene hat die Diskussion ebenfalls.

Von Wolfgang Millendorfer

Grünen-Klubobmann Wolfgang Spitzmüller (r.) mit Felix Hnat, Obmann der Veganen Gesellschaft.

Grünen-Klubobmann Wolfgang Spitzmüller (r.) mit Felix Hnat, Obmann der Veganen Gesellschaft.

© Grüne Burgenland

Eine Verunsicherung für Konsumentinnen und Konsumenten würde pflanzliche Ernährung nur unnötig erschweren, meint Spitzmüller und spricht sich „gegen rückwärtsgewandte Vorschläge aus“. Die Diskussion mag angesichts der aktuellen Krisenherde generell verwundern – doch nicht nur für alle, die sich vegan oder vegetarisch ernähren, hat sie auch das Potenzial zum Aufreger.

„Vegane und vegetarische Produkte sind längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, meint der grüne Klubobmann. Es gehe nicht darum, „alle zu Veganerinnen und Veganern oder zu Vegetarierinnen und Vegetariern zu machen, sondern um einen höheren Anteil pflanzlicher Ernährung“, das sei für Gesundheit, Umwelt und Klima von Vorteil.

Bei einem Treffen mit Felix Hnat, Obmann der Veganen Gesellschaft, hat sich Wolfgang Spitzmüller jetzt „zur freien und klar gekennzeichneten Wahl pflanzlicher Alternativen“ bekannt. Die bundesweit agierende Vegane Gesellschaft hat zuletzt eine Petition gestartet und kämpft gegen ein Verbot von Bezeichnungen wir etwa „Soja-Steak“.

Veganer Schlagabtausch auf politischer Ebene

Politisch richtet sich der grüne Vorstoß Spitzmüllers auch in Richtung Bund, da ein mögliches Bezeichnungs-Verbot von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig unterstützt wird. „Wohl jedem normal denkenden Menschen ist klar, dass im Veggie-Burger kein Fleisch vom Tier steckt“, meint Spitzmüller.

ÖVP-Minister Totschnig wiederum hatte zuletzt erklärt, man wolle, „dass die Konsumentinnen und Konsumenten auf den ersten Blick unterscheiden können zwischen tierischen Lebensmitteln und hoch verarbeiteten Industrielebensmitteln".

Das sieht Hnat von der Veganen Gesellschaft anders. Zu Zusatzbezeichnungen wie „Ribs“ oder „Chicken-Wings“ meint er, Geschmacksrichtung und Form von klar als pflanzlich erkennbaren Speisen würden eine wichtige Orientierung im Verkauf geben. Spitzmüller verweist zudem auf den Europäischen Gerichtshof, der 2024 klargestellt hatte, dass keine Irreführung vorliege.