Hans Niessl will es wissen: Der frühere Landeshauptmann und aktuelle Sport-Austria-Präsident geht ins Rennen um die Bundespräsidentschaft: Der Unterstützungsverein ist gegründet, jetzt läuft die Vorbereitung für den Wahlkampf 2028.
„Keinen Gedanken daran verschwendet, als Politiker aufzuhören“
Doskozil aus der Klinik
In den Wochen nach dem medizinisch „entscheidenden“ Eingriff muss sich Landeshauptmann Hans Peter Doskozil schonen. Aus der Klinik in Leipzig meldete er sich jetzt aber schon via Posting: Doskozil schreibt über die neue Situation nach der Kehlkopf-Entfernung. Und er übt auch Kritik am SPÖ-Gesundheitsministerium, wo man wiederum die Herzchirurgie in Oberwart ins Visier genommen hat.
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil bedankt sich für die Genesungswünsche und macht auch politiwsche Ansagen.
© Gregor Hafner, HAFNER Gregor
„Als ich letzte Woche am Mittwoch nach Leipzig fuhr, hätte ich niemals daran gedacht, am nächsten Tag keinen Kehlkopf mehr zu haben“, schreibt der Landeshauptmann. Das Problem, nur schwer Luft zu bekommen sei schon länger präsent gewesen. „Als die Untersuchungen die rasante Dynamik meiner Erkrankung offenbarten, war mir klar, dass es diesmal anders sein sollte. Das Ergebnis kennt ihr.“
Wie berichtet, wurde Doskozil aufgrund voranschreitender Wucherungen der Kehlkopf entfernt und eine Stimmprothese eingesetzt. Wie auch Arzt Andreas Dietz spricht der Landeshauptmann von einer Befreiung: „Ohne Kehlkopf zu sein bedeutet für mich, selbst in eigentlich normalen Alltagssituationen keine Atemnot mehr zu haben. Wenn die ständigen Gedanken nach ausreichend Luft verschwinden, ist das ein Befreiungsschlag - wenngleich ich weiß, dass dies auch Veränderung bedeutet, wie etwa kein Schwimmen im Meer.“
Da es für ihn „die schönste Aufgabe ist, für unser Heimatland und unsere Bevölkerung zu arbeiten“ werde er auch nicht als Politiker aufhören. „Ganz im Gegenteil“, schreibt Doskozil - und das auch mit einer Ansage in Richtung der eigenen Partei und für die politisch nicht unumstrittene Herzchirurgie in der Klinik Oberwart.
„Als mir diese Woche mitgeteilt wurde, dass durch das Gesundheitsministerium unter einer SPÖ-Ministerin und einer SPÖ-Staatssekretärin Einspruch gegen den Bewilligungsbescheid unserer Herzchirurgie in Oberwart erhoben wurde, hat mich das umso mehr motiviert, gegen diese inhaltsleere und konzeptlose Politik anzukämpfen und weiter für die Interessen des Burgenlandes einzustehen“. so Doskozil.
Die Beschwerde gegen die Errichtung und den Betrieb der Herzchirurgie in Oberwart sei vergangenen Dienstag beim Landesverwaltungsgericht eingebrachr worden, und zwar „aufgrund erheblicher inhaltlicher und verfahrensrechtlicher Bedenken“, teilte das Gesundheitsministerium mit. Wie es auch Doskozil angekündigt hatte, erfolgte die Genehmigung der neuen Abteilung durch die Landesregierung, ohne Beschluss in der Bundes- und Landes-Zielsteuerungskommission.
„Dieses Vorgehen widerspricht klar dem vorgesehenen Prozedere. Gerade wenn auf die Einhaltung von Vereinbarungen wie etwa beim Finanzausgleich für Gastpatientinnen und -patienten gepocht wird, muss das selbstverständlich auch in die andere Richtung gelten. Aus diesem Grund waren wir gezwungen, Einspruch zu erheben“, erklärte SPÖ-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig gegenüber der APA.
Die überregionale Versorgungsplanung sehe eine Konzentration auf „wenige, leistungsstarke Standorte“ für Herzchirurgie vor - aktuell neun im Bundesgebiet. Grundlage dafür ist der Österreichische Strukturplan Gesundheit (ÖSG), der als Qualitätskriterien ein Einzugsgebiet von mindestens 800.000 Einwohnerinnen und Einwohnern sowie mindestens 500 Eingriffe pro Standort pro Jahr definiert.
Doskozil schickte in seinem Posting an die Burgenländerinnen und Burgenländer voraus: „Seid euch sicher: Die Herzchirurgie wird es immer noch geben, da wird es diese Bundesregierung mit ihren besonderen Vertreterinnen nicht mehr geben.“ Und: Er freue sich schon darauf, wieder persönlich da zu sein, „mit neuer Kraft, Ideen, Zuversicht und besserer Stimme als zuvor.“