„Es ist nicht egal, wie wir leben - alles hat eine Folgewirkung“

Kummer & Haider-Wallner

Im Duo sind Klima-Expertin Christa Kummer und Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner ab sofort im Burgenland unterwegs: Bei der Vortragsreihe „Zukunftsfit: Klima, Wetter & Gesundheit“ geht es ohne erhobene Zeigefinger, aber mit Hausverstand an grundlegende Fragen. Wie sie selbst an den nachhaltigen Alltag herangehen, das erzählten die Klimatologin und die Politikerin der BVZ.

Von Von Wolfgang Millendorfer

Die Klimatologin und die Landeshauptmann-Stellvertreterin: Christa Kummer und Anja Haider-Wallner (v.l.).

Die Klimatologin und die Landeshauptmann-Stellvertreterin: Christa Kummer und Anja Haider-Wallner (v.l.).

© Büro Landeshauptmann-Stv, Caterina Hoffmann

„Niemand muss Angst haben, niedergebügelt zu werden“, schickte Christa Kummer voraus, „ich versuche, in meinen Vorträgen einfach zu vermitteln, wie man die Zusammenhänge im eigenen Leben erkennt: Alles hat eine Ursache, alles hat eine Wirkung.“ Dass die Botschaft genau so ankommt, das zeigte der erste Abend gestern im Kastell Stegersbach.

Heute, Freitag, führt die Burgenland-Tour durch die Bezirke mit Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider Wallner nach Jennersdorf (Hotel Raffel, 18.30 Uhr), nächste Woche geht es über Oberwart Richtung Norden (Termine und Infos unten im Beitrag).

Wer Interesse hat, kommt einfach vorbei und kann auch mitreden. Zeit für einen intreaktiven Teil gibt es ebenso wie für anschließende Gespräche. „Abende wie diese sind immer Begenungsräume, eine Gelegenheit, aktuelle Themen zu besprechen und auch zu diskutieren“, sagt Anja Haider-Wallner im BVZ-Interview. Eine zugespitzte Debatte über den Klimwandel, wie sie etwa in den Sozialen Netzwerken an der Tagesordnung liegt, bringe die Gesellschaft nicht so sehr weiter wie ein gutes Gespräch im entspannten Rahmen.

Die gesunde Umwelt und der Klimaschutz sind ein Aspekt, die eigene Gesundheit ein anderer. Beides steht an den Abenden im Mittelpunkt, und alles hängt - wenig überraschend - zusammen. Oder, wie Christa Kummer sagt: „Die Frage, wie wir mit unserem Körper umgehen, kann man symbolisch darauf umlegen, wie wir mit unserer Natur umgehen. Wenn es uns lange egal war und wenn's uns dann schlecht geht, denkt man, es gibt eine Pille, die alles in zwei Tagen wieder gut macht. Wenn ich aber aus dem Körper nur rausneheme und keine Energie zuführe, wird das genauso wenig gutgehen, wie wenn ich die Erde über Jahrzehnte belaste. Dann rüttelt sie uns wach.“

Und wie geht die Landeshauptmann-Stellvertreterin und Grünen-Chefin an den eigenen Alltag heran? „Mit einem vernünftigen Mix“, antwortet Haider-Wallner: „Ich denke, dass man nicht glauben darf, immer alles umsetzen zu müssen. Klimaschutz heißt für mich nicht, dass ich nie wieder fliegen darf, aber ich habe es stark reduziert. Man muss auch wissen, dass es zwar vernünftig ist, keine Plastiksackerl zu verwenden, dass es aber viel mehr positive Auswirkungen aufs Klima hat, wenn man nicht öfter als zweimal pro Woche Fleisch isst. Und das gilt für die eigene Gesundheit ebenso.“

Die Abende mit Christa Kummer und Anja Haider-Wallner sind übrigens zweigeteilt. Nach dem Vortrag der Wetter-Expertin und Klimatologin erzählt die Politikerin von ihrem Zugang zum Klimaschutz ebenso wie von der Umsetzung des landeseigenen Gesetzes und den „vielen Puzzleteilen, die sich zum großen Ganzen zusammenfügen sollen, wie wir im Burgenland die Klimaneutralität bis zum Jahr 2040 erreichen können“.

„Klimawandel ist nicht nur etwas Abstraktes, das von CO₂ diktiert wird, sondern ein Geosystem, das wie bei einem Schweizer Uhrwerk funktioniert, ein Zahnrädchen greift ins andere“, erinnert Christa Kummer. Genauer gesagt: „Habe ich eine Naturwiese oder einen englischen Rasen oder eine Betonwüste vor der Haustüre? Da erkenne ich, wie sich das Mikroklima in meinem eigenen Garten ändert. Und wenn ich das Mikroklima verändere, ändert sich auch das Makroklima. Es ist nicht egal, was wir in unserem Garten machen, es ist nicht egal, wie wir unser Leben führen.“

Ausdrücklich ohne erhobenem Zeigefinger kommen die Vorträge und Gesprächsabende dennoch aus. Vielmehr geht es um ein (gemeinsames) Aha-Erlebnis: „Wir alle sind ein kleiner Teil und haben doch Auswirkungen auf das große Ganze. Und da wollen wir Anstöße liefern.“

Freitag, 6. März(18.30 Uhr): Hotel Raffel, Jennersdorf
Mittwoch, 11. März(18.30 Uhr): Offenes Haus Oberwart
Freitag, 13. März (19.30 Uhr): Gemeindesaal Pöttelsdorf
Montag, 16. März(18.30 Uhr): Weinwerk Neusiedl am See
Dienstag, 17. März (18.30 Uhr): KUGA Großwarasdorf
Dienstag, 24. März (18.30 Uhr): Gasthof Ohr, Eisenstadt

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei, Dauer: rund zwei Stunden; im Anschluss gibt es Möglichkeit zum weiteren Austausch. Alle Infos auch online auf Zukunftsfit: Klima, Wetter & Gesundheit - Land Burgenland